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Christa
Liebe Leserinnen und Leser,
warum heißt die Clubzeitung eigentlich 'Square Up'? Der Titel soll etwas symbolisch verstanden werden. So wie wir nach einem zusammen gebrochenen Square 'Square Up' rufen, so soll auch diese Zeitung nicht so schnell wieder untergehen.
Es soll immer wieder einen Versuch geben, 'Square Up' am Leben zu erhalten und die Zeitung mit Leben zu erfüllen.
Dazu kann nicht nur die Redaktion beitragen, sondern alle Clubmitglieder sind herzlichst dazu aufgerufen, Beiträge beizusteuern oder auch ihre Meinung kundzutun. Die Redaktion (Michael Bröker, Hartmut Heiber, Wilfried Longerich) würde sich über Verstärkung freuen.
(Zitat Vorausgabe Februar 1990)
Im April 1990 war es dann so weit: Square Up Ausgabe Nr. 1 konnte erscheinen! Die Redaktion hatte die gewünschte Verstärkung erfahren: Lydie Heiber, Heike Richard, Marion Wirtz, Holger Pauly und Martina Kesel waren mit dabei!
Zwei Namen findet Ihr in allen 50 Ausgaben des Square Up: Hartmut und Lydie Heiber.
Liebe Lydie, lieber Hartmut! Es ist Euch also erfolgreich gelungen, immer wieder Kräfte und Artikel zu sammeln, die das Square Up über fünfzehn Jahre am Leben erhalten haben! Wir gratulieren dazu ganz herzlich!
Inzwischen habt Ihr viele Leserinnen und Leser über die Clubgrenzen hinaus, die gern die Reiseberichte lesen, über Witze schmunzeln oder sich über das Clubleben bei den Colonia Swingers auf dem Laufenden halten. Das Square Up erfüllt aber auch den Anspruch, Anstoß zu geben, über kritische Fragen zu diskutieren und nachzudenken. Bei der Graduierung gibt es vier Kerzen, die in vier Ecken entzündet werden und uns symbolisch auf die Tugenden der Square Dance Familie einschwören. Aber wie im 'normalen' Leben ist es mit dem familiären Engagement und Einhalten von Regeln manchmal nicht so leicht und das Leben und Erleben in der Square Dance Welt nicht so, wie wir es uns wünschen.
Wir alle können aber jeder für sich einen kleinen oder auch einen größeren Beitrag dafür leisten, dass wir gemeinsam Freude an unserem Hobby haben können und das Tanzen und das Clubleben weiterhin lebendig bleibt, so wie es sich die Square Up Redaktion schon vor 15 Jahren gewünscht hat.
In diesem Sinne wünsche ich dem Square Up und den Colonia Swingers eine lebendige Zukunft!
Eure
Christa
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Christa
Liebe Clubmitglieder, Ihr habt es so gewollt! Ein weiteres Jahr werde ich unserem Verein vorstehen und bedanke mich für Euer Vertrauen in meine neue/alte Vorstandsmannschaft!
Ich freue mich auf das Jahr 2005 mit Clubfahrt, Class-Graduation (Was kommt danach? Class – Plus-Class?? Beides???), Raumsuche für DoSiDome... und vielen Tanzabenden!
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Miro Schmitz-Honhoff
Seit fünfzehn Jahren schreibe ich nun für unser Square Up diesen Artikel – mal aus Überzeugung – mal mit viel Spaß an der Sache – mal unter innerem Druck. Wie das eben so ist bei einer Kolumne.
Seit der letzten Ausgabe vom November haben einige wichtige Clubtermine stattgefunden... und ich war nicht dabei!
Ich werde mich aber bemühen, bei der Jahreshauptversammlung anwesend zu sein.
Das letzte halbe Jahr vor meiner Pensionierung hat angefangen. Wenn ich nicht zu müde war, kam ich zum Tanzen. Aber manchmal konnte ich keine Stimmen und Musik mehr ertragen, verkroch mich lieber zu Hause.
Ich plane wichtige Veränderungen in meinem Leben und übe jetzt schon. So werde ich mich weitgehendst in der Eifel aufhalten. Da ist Köln etwas zu weit, um regelmäßig zum Tanzen zu kommen. Ich werde euch Colonia Swingers also noch weniger sehen als in den letzten Monaten.
Das hat zur Folge – wie auf der Jahreshauptversammlung Januar 2004 angekündigt -, dass ich mein Amt als Chronistin nun niederlegen werde. Für das Square Up werde ich auch wohl kaum noch einen Artikel schreiben. Und wenn ich später eine Chronik durchblättere, werde ich seufzen und sagen: 'Das waren noch Zeiten!'
Denn an unseren Clubabenden tanzen vier bis fünf Squares! Die Colonias bilden einen sehr lebendigen Club. Es macht Spaß, dabei zu sein. Ein abwechslungsreiches Programm, zwei gute Clubcaller und viele Gastcaller, Schautänze, Clubwochenenden, Ausflüge, Special Evenings und nette Leute, was will man noch mehr???
Christa und Heike haben aktiv im Club Werbung für das Amt des Chronisten gemacht. Mit Erfolg: Andreas und Ingrid werden die Chronik übernehmen. Sie werden euch ansprechen, um Fotos zu erhalten, Erfahrungen mitgeteilt zu bekommen, Flyer zu sammeln, Zeitungsberichte auszuschneiden und mit zu helfen, die Geschichte der Colonia Swingers festzuhalten.
Nur mit eurer Hilfe macht das Führen der Chronik wirklich Spaß, und dann ist es nicht sehr aufwändig, ein Jahrbuch zu gestalten. Vielleicht, im Zuge der Erneuerungen der modernen Technik, reicht es auch, eine digital geführte Chronik zu verwalten. Mal sehen, was die Zukunft bringen mag.
Ich wünsche Andreas und Ingrid viel Freude am Festhalten aller Erinnerungen.
Liebe Grüße und auf Wiedersehen,
Miro Schmitz-Honhoff
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Christa
Was ist ein Jahr Präsidentin gegenüber fünfzehn Jahren Chronistin?
NIX!!!
NICHT ERWÄHNENSWERT!!
Am Ende meines ersten Jahres als Präsidentin sind ein breiter und zwei schmale Ordner mit Aufschriften 'Colonia Swingers' gefüllt. Wie viel mag da die Chronistin über 15 Jahre gesammelt haben???
Neun Jahre von diesen fünfzehn hat Miro an der Seite des Präsidenten verbracht und war damit immer nah am Geschehen. Häufig sagt man ja, der wirkliche Chef ist die Chefin. Anders bei Miro! Sie übt Zurückhaltung, wo es angebracht ist, sie packt an, wo es etwas anzupacken gibt, sie erledigt das, was sie zugesagt hat, sie kümmert sich, wenn sie sich bereit erklärt hat, sie denkt mit und macht Vorschläge, aber sie mischt sich nicht ein, wenn sie es nicht für richtig hält, und sie ist auch nicht diejenige, die überall mitredet, zu allem ihren Senf zugibt und alles besser weiß. Sie hält genau so Maß, wie es richtig ist.
Nicht nur bei den Colonia Swingers zeichnet sie sich aus als diejenige, die zur richtigen Zeit das Richtige sagt und insbesondere auch das Richtige tut, ohne großes Aufsehen daraus zu machen. Wenn man die Johann-Bendel-Schule in Mülheim betritt, sieht man Bilder von Aktionen zur Verschönerung des Schulhofes, zu Partnerschaften, zu Sammelaktionen und... und... Auf den zweiten Blick entdeckt man dann immer wieder unter der Rubrik 'verantwortlich / geleitet von / Betreuung': Miro Schmitz-Honhoff. Auch in ihrem Beruf und ihrer Familie war sie prägend für positive Energie und Engagement.
Miro, mit Deinem beständigen Mitwirken und Tun hast Du das Clubleben der Colonia Swingers jahrelang entscheidend mitgeprägt. Du warst immer bemüht, das Beste daraus zu machen, hast geholfen, wo Du es konntest, und insbesondere hast Du immer wieder mit Freude mit jedem getanzt. Deine Ausstrahlung ist Vorbild und Verpflichtung für alle, die sich zu den Colonia Swingers zählen und zählen werden.
Wir hoffen, Dich noch oft in Köln beim Tanzen zu treffen, bis Du mit Winfried die große Reise nach Australien antrittst. Dass Du und Winfried Euren Lebensmittelpunkt in die Eifel verlegen, können wir alle gut verstehen, gibt es dort doch ein wunderschönes gemütliches Heim, viel Natur, viel Ruhe und auch alles andere Nötige zum Leben und Genießen. Und wenn Ihr mal wieder Sehnsucht nach Köln habt, so ist der Weg auch nicht zu weit.
Den Gründungstag der Colonia Swingers vor 25 Jahren im Februar 2006 werdet Ihr in weiter Ferne verbringen, weshalb wir beschlossen haben, Euch am Ende des Jubeljahres in Ettelscheid zu besuchen und dann mit Euch zu feiern. Wir sind gespannt, was Ihr von Eurer großen Reise berichten werdet und wie Euch der gemeinsame Ruhestand überhaupt gefällt.
Wir wünschen Euch dafür auf jeden Fall alles Gute, und in Vertretung für Generationen von Colonia Swingers Tänzer bedanke ich mich ganz herzlich bei unserer Chronistin Miro Schmitz-Honhoff!!!
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von Hartmut Heiber,
NRW Coordinator
In diesem Jahre jährt sich zum vierzigsten Male der offizielle Beginn des Square Dance in unserem Bundesland. Allerdings gab es bereits vor 1965 Tanzaktivitäten, was erst vor kurzem durch Recherchen bekannt geworden ist und kurz im Anhang erwähnt werden soll. Eine durchgehende Tanzaktivität ist aber tatsächlich erst seit 1965 bezeugt.
Die Anfänge zu dieser Zeit waren recht bescheiden, und im Gegensatz zu Süddeutschland, wo innerhalb der Amerikanischen Zone fast alle Clubs als US-Gründungen entstanden, gab es hierzulande zwei Wurzeln für die Squaredance-Bewegung: Einerseits die Gründung von Tanzgruppen und –clubs durch die Kanadier, die als NATO-Soldaten innerhalb der Britischen Zone im Raum Soest stationiert waren und die in ihrer Freizeit auch Square Dance betrieben, zweitens innerhalb von Volkstanzgruppen, die außer deutschen Tänzen auch neues Material suchten und dabei auch auf Square Dance stießen.
Grundsätzlich ist festzustellen, dass heute und auch in der Vergangenheit einerseits die Begeisterung für den Volkstanz und das Tanzen allgemein und zweitens die Begeisterung für Amerika und die Country & Western-Bewegung (Musik, Tracht, kulturelle Traditionen), wie sie in Country & Western-Clubs gepflegt wird, die zwei Hauptströmungen sind und waren, aus denen Squaredanceclubs hervorgegangen sind.
Zu jener Zeit gab es bereits Schallplattenaufnahmen und deutschsprachige Tanzbeschreibungen (u. a. aus dem Verlag Walter Kögler, Stuttgart) von Square Dance, welche hauptsächlich Singing Calls mit fester Choreographie waren, die einstudiert, das heißt mehr oder wenig auswendig gelernt werden mussten, was die deutschen Volkstänzer gern auf sich nahmen.
Caller gab es unter den Deutschen damals noch sehr wenige, die meisten waren Amerikaner und Kanadier, die den hier stationierten Streitkräften im Rahmen des Viermächtestatus Deutschlands und der NATO angehörten und Militärpersonal waren. Daher wechselten sie auch recht häufig, was die allgemeinen Schwierigkeiten beim Aufbau von regulären Square Dance Clubs ausmachte. Auch tanzten die Clubs oft in militärischen Räumen, wo der Zutritt von Deutschen häufig nicht möglich oder problematisch war. Die weitaus meisten Caller waren in der Amerikanischen Zone, also in Süddeutschland (Hessen, nördlicher Teil Baden-Württembergs und Bayern) zu finden, denn hier waren auch die meisten US-amerikanischen Einheiten der GIs stationiert.
Lange Zeit hat man gerätselt, welcher der älteste Squaredance-Club in Nordrhein-Westfalen ist, nun ist das Rätsel gelöst. Die Ehre gebührt, allerdings nicht unstrittig, dem Solinger Club 'Crossing Swords', der im Sommer 1965 sich zusammenfand. Allerdings gab es vor 1965 kanadische Clubgründungen im Raum Soest, die 'Crossing Swords' sind aber wohl der erste deutsche Squaredanceclub in Nordrhein-Westfalen. Dies haben die letzten Nachforschungen in diesem Verein ergeben, gestützt durch mündliche Aussagen von Gründungsmitgliedern. Der Club wird daher am 12. Februar 2005 sein 40jähriges Bestehen mit einem Special feiern und zu diesem Anlass auch eine kleine Festschrift herausgeben.
Es war ein Kreis junger Leute, die sich von musischen Wochenenden in der Jugendherberge Solingen-Gräfrath kannten und die in Zusammenarbeit mit dem damaligen Jugendleiter Jürgen Zyzik eine Square Dance-Gruppe gründeten. Sie nannten diese Gruppe 'Square-Dance-Kreis Haus der Jugend' nannten, der im Haus der Jugend an der Dorper Str. in Solingen tanzte, und zwar zunächst nach Schallplatten. Nach geraumer Zeit fühlte sich einer der Teilnehmer berufen, das Callen auszuprobieren, mit Erfolg, und so hatte man den ersten Caller: Hermann Andlauer.
Spaß und Freude am Square Dance wuchsen, und so wurde schließlich regelmäßig getanzt: Am Dienstagabend von 20:00 bis 22:00 Uhr, was bis heute beibehalten wurde. Mit zunehmender Tanzsicherheit begann man zu reisen, Jamborees und Specials zu besuchen, und bereits 1970 gab die Gruppe sich den Namen 'Crossing Swords' (= Gekreuzte Schwerter) in Anlehnung an die heimische Werkzeugindustrie, und auch ein Badge wurde entworfen, welches das Solinger Stadtwappen beinhaltete und auch das kombinierte Square/Round Dance-Logo enthielt, denn in der Frühzeit wurde auch hier Round Dance getanzt, was vielen Mitgliedern nicht mehr erinnerlich ist. Zum Beispiel war in den Achtziger Jahren Dagmar Stein als Cuer im Club beschäftigt.
Soweit bekannt, waren die letzten Round Dance-Aktivitäten eine Anfänger-Class mit Barbara Drescher aus Köln Anfang der 90er Jahre und das gemeinsame Square und Round Dance-Programm auf der October Party 2000. Dieses Special wurde auch bereits 1970 aus der Taufe gehoben und mit regelmäßigem Erfolg alljährlich bis Ende der 90er Jahre im Oktober abgehalten, seitdem nur noch zweijährlich.
Die zweite Gründung waren im zweiten Landesteil von NRW, in Westfalen, die 'Soest Belles & Beaux', eine Clubgründung der kanadischen Soldaten in Soest, die im September 1965 das 'Licht der Welt erblickte', also kurz nach dem Solinger Club. Die Kanadier blieben im Rahmen ihres Freizeitprogramms zunächst unter sich, nahmen dann aber, wahrscheinlich wegen der geringen Tänzerzahl, Kontakt mit deutschen Volkstänzern auf, und bereits 1967 wurde der Volkstanzkreis Dortmund zu einem Tanzfest eingeladen. Hieraus entwickelte sich eine regelmäßige Zusammenarbeit, und man tanzte während dieser Treffen sowohl deutschen Volkstanz als auch amerikanischen Square Dance.
Dabei gab es einige Schwierigkeiten, weil weder die Deutschen ausreichend Englisch noch die Kanadier genügend Deutsch sprachen und verstanden. Man behalf sich also irgendwie und improvisierte, und schließlich klappte es mit dem Tanzen. Bereits Ende 1967 wurden Anfänger-Classes an den kanadischen Standorten Soest, Hemer und Werl angeboten, und deutsche Interessenten wurden ausdrücklich und herzlich dazu eingeladen.
Ein Caller zu dieser Zeit war der Kanadier Chuck Jordan, der heute bei Vancouver (British Columbia) an der Pazifikküste lebt und zu dem immer noch Kontakte bestehen. Er hat den Club in Dortmund auch seitdem wieder besucht.
Das vierzigjährige Jubiläum der 'Belles & Beaux' wird mit einem Special Dance am 17./18. September dieses Jahres in Dortmund begangen.
Die kanadischen Streitkräfte waren im westfälischen Raum von 1957 bis 1970 stationiert, aber nicht nur in Soest, sondern auch in Iserlohn, Hemer, Werl ('Werl Whirlers', Club gegründet durch Len Nichols 1967) und in Unna. Auch in Hemer, Werl und Unna bildeten sich daher Square Dance-Gruppen, sogar Round Dance wurde dort vereinzelt getanzt. Im Jahre 1970/71 wurden die Kanadier abgezogen und teilweise zurück nach Kanada, teilweise an andere deutsche Standorte wie Lahr und Söllingen (Baden) verlegt. Auch dort gab es übrigens schon kanadische Clubgründungen. Kurzerhand beschlossen die deutschen Tänzer der 'Soest Belles & Beaux', den Club nach Dortmund zu verlegen und ihn einfach 'Belles & Beaux' zu nennen. Dies war im September 1971, und sofort wurde wieder eine Anfänger-Class angeboten und durchgeführt.
Die Dortmunder bildeten eigene Mitglieder zu Callern und Cuern aus – Andreas Saßmann aus Dortmund ist wohl allen älteren Square Dancern noch ein Begriff, wobei die ganze Familie Saßmann, Dortmund, entscheidend zum Fortbestehen und Erfolg des Clubs beigetragen hat. Auch die Solinger Tänzer tanzten zunächst nach Tonträgern, hauptsächlich Schallplatten, versuchten dann aber auch Tänzer aus ihren Reihen zum Caller auszubilden, mit recht gutem Erfolg. Aus dem Club 'Crossing Swords' sind etliche Caller mit länger währendem Engagement hervorgegangen.
Diese zwei Clubs, in Dortmund und in Solingen, waren lange Zeit allein auf weiter Flur, und Kontakte zwischen ihnen gab es wohl eher selten. Allerdings traf man sich bei überregionalen Veranstaltungen, denn bereits am ersten Dezemberwochenende 1967 wurde das erste Winter Jamboree der EAASDC in NRW, und zwar in Hemer (Sauerland) durchgeführt, organisiert von den 'Soest Belles & Beaux' und dem 1967 gegründeten Club 'Fröhliche Tänzer' in Hemer. Dieses Jamboree zählte bereits ca 300 Besucher, die laut Presseberichten aus ganz Deutschland, aus Skandinavien und sogar aus Äthiopien angereist waren.
Die zweite überregionale Veranstaltung dieser Art war das Spring Jamboree am ersten Aprilwochenende (7. bis 9. 4. 1978) in der Dortmunder Eintracht-Sporthalle. Zu solchen Jamborees wurden natürlich bekannte Caller, meist Amerikaner, die in Süddeutschland stationiert waren, eingeladen, dabei waren auch in den USA bekannte Caller-Größen wie Cal Golden, Howard Mason und Chris Vear; letzterer war lange in Wiesbaden stationiert und hat auch häufig in ganz Süddeutschland bei den dortigen Clubs gecallt.
Außer den Großveranstaltungen gab es in dieser Frühzeit im Raum Dortmund auch kleinere Tanzfeste unter einem Motto, was man heute als Special Dance bezeichnen würde, zum Beispiel den Crazy Hat Dance, St. Patrick's Dance (irischer Nationalfeiertag), Hard Time Dance, Halloween Dance, Black Cat Dance, Castle Dance in Schloß Burg (Wupper) und den monatlichen Brigade Dance. Auch fuhr man mit militäreigenen Bussen zu Veranstaltungen nach Süddeutschland, wo damals schon etliche Square Dance Clubs existierten.
Auch Round Dance wurde bei den 'Belles & Beaux' bald angeboten, und in den Achtziger Jahren gab es dann eine eigene Round Dance-Abteilung, die mit drei Cuern einen eigenen wöchentlichen Clubabend hat, auch Anfänger-Classes durchführt und bis heute besteht.
Am 26. 5. 1973 wurde dann der erste 'Tremonia Dance' durchgeführt und anschließend jährlich bis zum Jahre 2000, fast immer am letzten April-Wochenende, mit Square- und Rounddance im Programm. Man wählte den lateinischen Namen für Dortmund 'Tremonia' als Bezeichnung für dieses Special.
Die nächsten Clubgründungen in unserer Region waren dann überwiegend von Deutschen initiierte Clubs. Anfang der 70er Jahre kam Hansgeorg Haaser, der als Bundeswehrsoldat einen Aufenthalt in Texas absolviert und dort Square Dance und das Callen gelernt hatte, nach Deutschland, konkret nach Meckenheim bei Bonn, zurück und begann im Partykeller seines Hauses Square Dance zu unterrichten, und bald wurde sein ureigener Club, die 'Blackbird Dancers', im Jahre 1972 gegründet.
Heute tanzen sie noch Plus (mit Joachim Kolshorn) und Rounddance (mit Josefine Haaser), nachdem Hansgeorg, der als 'Rheinischer Urvater des Square Dance' in die Annalen eingegangen ist, im Jahre 1993 verstarb.
1973 hatte er natürlich noch seinen großen und traditionsreichen Club, die 'Bonn Square Dance Group', gegründet, die als 'Betriebssportgemeinschaft' beim Verteidigungsministerium auf der Bonner Hardthöhe eingetragen war und somit etliche, auch finanzielle, Vorteile hatte. Bedingung ist nach wie vor, auch heute noch, dass der Präsident oder ein Vorstandsmitglied der Bundeswehr angehört. Hansgeorg Haaser hatte im Rahmen seiner Zugehörigkeit zur Bundeswehr, wo er zuletzt als Koch beschäftigt war, die organisatorischen Grundlagen gelegt, die sehr zum Vorteile des Clubs waren.
Ausnahmen von deutschen zivilen Clubneugründungen waren lediglich die Clubs, die auf oder neben Militärbasen gegründet wurden, und zwar um 1980 herum die 'AWACS Flying Squares' in Geilenkirchen, deren Mitglieder teilweise auf der Air Base Geilenkirchen beschäftigt waren, wo im Rahmen der NATO die AWACS-Flugzeuge (AWACS = Airborne Warning and Control System, ein flugzeuggebundenes Warn- und Kontrollsystem) stationiert waren. Dieser Club tanzt leider seit dem Jahre 2000 nicht mehr.
Der andere Verein, der in diesem Rahmen genannt werden muß, sind die 'Afcent Towners' jenseits der niederländischen Grenze im limburgischen Brunssum, eine amerikanische Gründung auch um 1980 herum, die den dort stationierten amerikanischen Soldaten im Standort 'Afcent' (ein Akronym, das steht für: American Forces Central Europe) als Square Dance Club Freizeitbetätigung anbot. Dieser Club, der mittlerweile ein rein niederländischer geworden ist, hat immer gute Kontakte zu den Nachbarn diesseits der Grenze gepflegt, wird daher auch hier genannt, während der andere limburgische Club in Maastricht, gegründet 1985, eine rein niederländische Gründung war.
Die nächste Clubgründungswelle, wenn man so will, begann erst in den Achtziger Jahren mit deutschen Clubs in Köln (1981 und 1985), Düsseldorf (1985), Dortmund (1980 und 1987), Heinsberg (1983), Aachen (1985), Iserlohn (1984), Bielefeld (1981 und 1987), Münster (1988), Gemen (1988), Recklinghausen (1989) und Dinslaken (1989). Hierbei konnte man aber noch nicht von flächendeckendem Angebot sprechen. Ende der Achtziger Jahre gab es etwa 10 bis 15 Clubs im ganzen Bundesland NRW.
Die nächste Welle war eigentlich der jetzt noch anhaltende Boom von Clubgründungen, der das ganze Bundesland überzog und schließlich nahezu flächendeckend Square Dance anbot und der bisher noch nicht abgeebbt ist. Nach wie vor gibt es in jedem Jahre in unserer Region ein bis zwei Neugründungen. Jetzt, im Jahre 2005, können wir über hundert Clubs, Gruppen und Grüppchen zählen, die sich mit Square Dance, Round Dance, Contra Dance, Clogging und auch Traditional Square Dance beschäftigen, wobei man die Zahl nicht genau festlegen kann, da einige Abteilungen von größeren Clubs sind.
Enthalten in dieser Zahl sind auch die sogenannten Grüppchen, Arbeitsgemeinschaften, Interessengemeinschaften und Travel Clubs (Reiseclubs), die nicht immer längeren Bestand haben und die oft auch unserem Dachverband EAASDC nicht angehören. Sogar eine Seniorengemeinschaft ist dabei, die an einem Montagvormittag tanzt.
Allerdings gab es auch Clubs, die sich nach einer gewissen Zeit wieder auflösten. Hier sind die 'Fröhlichen Tänzer' Dortmund (1967 bis 199?), die 'AWACS Flying Squares' Geilenkirchen (1980? bis 2000?), die 'Line Weavers' Bielefeld (1987 bis 2004), die 'Senfpott Twirlers' Düsseldorf (1990 bis 2002) und die 'Western Hell Dancers' Düsseldorf (1992 bis 1998) zu nennen. Diese sind aber eher Ausnahmen in unserer Squaredance-Landschaft.
So können wir in diesem Jahre den 40. Jahrestag des Hobbys in unserer Region begehen, während sich die EAASDC anschickt, ihr fünfzigjähriges Bestehen zu feiern, und zwar am 2. bis 4. September 2005 in Bergheim (Erft), ausgerichtet von den 'Archway Happy Hoppers'.
Abschließend ist festzustellen, dass Squaredance und alle verwandten Tanzformen einen rasanten Aufschwung in den letzten vierzig Jahren in unserer Region und auch außerhalb der Landesgrenzen erlebt hat, und wir hoffen, dass dies so bleibt und dass viele Menschen, Jung und Alt, weiterhin Freude an diesem Hobby haben.
Bereits im Jahre 1960 gab es einen Square Dance Club in Soest (Westfalen), und zwar 'Die Soester Squares' oder 'Soest Squares', einen rein kanadischen Club mit kanadischem Caller. Dieser Caller musste 1961 oder 1962 nach Kanada zurück, und der Club ging daraufhin ein. Kurze Zeit danach wurde ein weiterer kanadischer Club, die 'Red Patch Belles and Beaux', in Soest gegründet, benannt nach dem 'Red Patch Club', in dem sich die kanadischen Soldaten mit ihren Familien in der Freizeit aufhalten konnten, vergleichbar der USO (United Service Organizations) der US-Streitkräfte weltweit. In der Zeit danach wurde von diesem Club zusammen mit den in Hemer stationierten Kanadiern der Club 'Fröhliche Tänzer' Hemer gegründet, der aufgrund seines Namens wohl schon erhebliche deutsche Anteile hatte. Der vorgenannte Club 'Red Patch Belles and Beaux' wurde dann später, wohl um 1965, in 'Soest Belles & Beaux' umbenannt (Fortsetzung dann siehe oben.)
(Mitgeteilt durch Carel Bruinings, Emmendingen, einen der ersten Square Dancer in NRW.)
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Barry Clasper
Übersetzung: Martin Ingenhütt
[Anmerkung des Übersetzers: Dieser Text wurde ursprünglich 1989 im 'Zip Coder Magazine' veröffentlicht; die hier abgedruckte Übersetzung folgt der Fassung von Januar 1996. Sie ist an verschiedenen Stellen im Internet zu finden, beispielsweise unter www.lynette.org/howhelp.html oder auf den eigenen Seiten des Autors unter www3.sympatico.ca/clasper/mayihelp.htm. - Mehr noch als der ausführlichere Artikel Clark Bakers zum gleichen Thema, den wir in der letzten Ausgabe abgedruckt haben (siehe issue50.html#howHelp), zielt auch dieser Text vor allem auf die höheren Tanzprogramme. Dennoch sind seine Grundgedanken für den Mainstream ebenso gültig und auch nach der langen Zeit immer noch aktuell. Der Autor wohnt in Toronto; wir danken ihm sehr herzlich für seine Erlaubnis, den Artikel übersetzen und hier abdrucken zu dürfen.]
Helfen oder nicht helfen - das ist hier die Frage.
Obs edler im Gemüt, die Verwirrung andrer zu erdulden
Oder, durch eignen Eingriff, den Square zu retten?
(Sorry, William...)
Es gibt Situationen, in denen wir Hilfe erwarten - Massagesalons mit Selbstbedienung haben sich nicht so recht durchsetzen können... Dann wieder gibt es andere Momente, in denen wir die Dinge lieber selbst in die Hand nehmen; "Bitte, Papi - das ist mein Zug!"
Eine der häufigeren Ursachen 'interpersoneller Konflikte' (einer akademische Umschreibung für 'Kämpfe') ist die Fehleinschätzung, wann Hilfe angebracht ist und wann nicht. Dies gilt nirgendwo so sehr wie im Squaredance, besonders in den C-Levels.
Auf praktisch keiner Challenge-Tanzveranstaltung muss man lange nach jemand suchen, der beleidigt ist, weil man ihm geholfen hat, oder weil man ihm nicht geholfen hat, oder weil sein Angebot zu helfen abgelehnt wurde. Oft ist diese Situation für die Betroffenen extrem verwirrend. Leute gehen nach Hause, sie treten sogar aus dem Club oder die Tanzgruppe aus wegen etwas, was sie für zuviel oder zuwenig Hilfe halten.
Nachdem ich beträchtliche Zeit damit verbracht habe, zu helfen und mir helfen zu lassen (manchmal auch gleichzeitig), glaube ich jetzt, ein wenig Einsicht gewonnen zu haben, die bei der Lösung diese Problems ein wenig, äh, nunja, weiterhelfen könnte...
Hier nun also meine hilfreichen Hinweise für das hilfreiche Hinweisen:
Stell die selbst die Frage: 'Warum bin ich so erpicht darauf, zu helfen?' Ich denke, es gibt auf diese Frage grundsätzlich drei Antworten:
Das eine oder andere Mal haben wir alle schon jemanden erzählen gehört, wie durch seine überlegene Tanzfähigkeit und seinen fachkundigen Beistand ein Square aus kompletten Vollidioten (mit der Ausnahme von Duweißtschon) es geschafft hat, den gesamten Tip zu meistern.
Derartige Squares sind normalerweise ein unvergesslicher Anblick: Sieben fassungslose Leute umgeben von einem Wirbelnden Derwish, der von Position zu Position springt, jeden einzeln richtig zurechtdreht, Anweisungen und Hilfen brüllt und in den unvermeidlichen Perioden des Herumstehens umfangreiche Vorträge anbietet.
Das ist keine 'Hilfe'. Das ist Selbstbefriedigung auf Kosten sieben Unschuldiger.
Das ist ein besserer Grund als der erste, aber immer noch weit weg vom Ideal. Denn nicht der Square läuft weiter, sondern Menschen laufen weiter. Der Unterschied mag sich klein anhören, aber er spiegelt eine grundsätzliche Haltung: Wenn du dir gestattest, dich auf den Square zu konzentrieren, hast du damit ganz nebenbei die Menschen, die ihn bilden, zu etwas Zweitrangigem gemacht. Dieser Ansatz kann dazu führen, dass die Hilfe unangemessen stark wird - manchmal schon in der Nähe eines Gewaltverbrechens. Sobald der Square zur Hauptsache wird, sind wir bereit, den Einzelnen dieser 'höheren Sache' zu opfern: 'Ist doch egal, ob sich Fritzchen vorkommt wie überfallen - wir haben es zum Allemande Left geschafft, oder?'
Und das führt uns zum besten Grund, Hilfe anzubieten:
Oft heißt es, Squaredance sei ein Mannschaftssport. Idealerweise tragen acht Tänzer und ein Caller zu einer ganz bestimmten, gleichzeitig an- und aufregenden Erfahrung bei, die in dieser Form nur durch genau diese neun Leute erreicht werden konnte - in ganz enger Zusammenarbeit und gegenseitigem Verständnis. In dem Maße, in dem Einzelne ihre Rollen nicht sicher und flexibel ausfüllen können, ist diese Erfahrung gefährdet. Egal, wie gut du bist - du kannst nicht den Part von jemand anderem tanzen und immer noch diesen wundervollen Peak bekommen. Es ist einfach nicht das gleiche.
Daher ist es in unser aller Interesse, den Einzelnen zu helfen, die Schwierigkeiten mit ihrer Aufgabe haben. Aber unser Ziel sollte sein, dass sie verstehen, nicht dass sie 'irgendwie durchkommen'. Jemand, der verwirrt und benommen an der richtigen Position ankommt, wird wahrscheinlich beim nächsten Mal kein bisschen erfolgreicher sein. Es sollte uns wichtig sein, unsere Unterstützung so zu geben, dass der, dem geholfen wird, daraus lernt. So tragen wir zu seiner grundsätzlichen Entwicklung als Tänzer bei, nicht nur zum Gelingen eines einzelnen Tips.
Die folgenden Punkte sollen herausarbeiten, wie diese zu erreichen ist.
Als ich fliegen lernte, wunderte ich mich über die Fehler, die mein Lehrer zuließ. Ich erinnere mich, dass ich fragte: 'Wollen sie nicht übernehmen?', als das Flugzeug bei der Karikatur eines Landeanflugs wackelte und schwankte. Seine Antwort blieb immer ruhig, 'Sie machen ihre Sache gut. Ein bisschen mehr Gas, die Nase etwas runter'. Erst im allerletzten Moment wollte er die Kontrolle übernehmen, nachdem er mich meinen Weg hatte finden lassen durch so viele kleinere Fehler wie möglich. So etwas garantiert eine intensive Lernerfahrung!
Wir brauchen ein bisschen mehr davon im Squaredance. Wir alle hatten schon das Erlebnis, dass jemand uns half, manchmal mit viel Aufwand - genau in dem Moment, wo wir gerade Bescheid wussten. Ist das nicht frustrierend? Manche Leute geraten in ihren Helf-Modus, sobald sie zum ersten Mal einen Fehler bei dir sehen, oder nur einen unsicheren Blick. Danach helfen sie dir bei allem und jedem für den Rest des Tips (oder den Rest der Veranstaltung, des Wochenendes, deines Lebens...)
Es ist wichtig, dass wir den anderen die Möglichkeit geben, es selber zu machen. Hilf nicht - außer:
Das Grundprinzip bei Hilfe sollte sein 'weniger ist besser, keine ist am besten.' Mit diesem Gedanken im Hinterkopf schlage ich folgende Stufen von Hilfe vor:
Bei weitem die beste Art von Hilfe. Tanz deinen eigenen Part. Sei, wo du sein sollst. Gib den anderen die beste Möglichkeit zum Erkennen von Positionen und Formationen dadurch, dass du in deinem eigenen Tanzen präzise und korrekt bist. Geh keine Abkürzungen, tanz alle Bewegungen vollständig und rhythmisch zur Musik. Beim Tanzen von Abfolgen mit komplexen Formationen vergewissere dich diskret vor dem Losgehen, dass jeder andere die Formation gesehen hat. Hast du dich schon wegbewegt, wird deren Aufgabe um Größenordnungen schwerer.
Sei fest und bestimmt in deinem Gebrauch von Handhaltungen und Handdruck während der Ausführung von Calls. Schwacher Handkontakt (Original: 'Limp appendages') in Calls wie etwa Relay the Shadow oder Follow Your Leader (Übersetzer: ein Mainstream-Beispiel wäre etwa Pass the Ocean) kann Unsichere 'schmeißen'.
Eine unauffällige Geste, um die Richtung oder die Zielposition anzuzeigen, ist oft der einzige Hinweis, den jemand braucht, um seinen Part des Calls hinzukriegen. Es gibt keinen Preis für auffälliges Getue oder übertriebenes Affentheater (Original: 'flamboyance or clever charades').
Nur ein Wort oder ein kurzer Satz, zusammen mit einer Geste. Keine Predigt - nur ein Tipp.
Ein Stups oder eine Berührung an Arm oder Schulter, um die Aufmerksamkeit zu bekommen, oder ein leichter Handdruck, um die Drehrichtung anzuzeigen. Bitte keine stumpfen Waffen (Original: 'blunt objects').
Als allerletztes Mittel: Greif nach einem Arm oder einer Schulter (vorsichtig, immer vorsichtig!) und beweg die Person in die Position - aber nur, wenn das geht, ohne deine eigene richtige Position zu verlassen. Wenn du von deiner Position weggehst, um jemand anders zu helfen, kannst du das Gesamtbild der Formation so ändern, dass wieder jemand anders verwirrt wird. Jetzt hast du das Problem geschaffen!
Man sollte nicht helfen, wenn es nicht absolut notwendig ist, und genauso sollte man auch nicht weitermachen, wenn es nicht mehr notwendig ist. Ein einzelner Fehler erfordert nicht fortwährende Unterstützung ohne Ende den ganzen Abend!
Schwieriger wird es, wenn dich Leute um Hilfe bitten, die eigentlich mehr können als sie sich selber zutrauen. Wenn du über den Punkt hinaus hilfst, wo sie es tatsächlich brauchen, kannst du eine Abhängigkeit entstehen lassen, die sie später behindern wird. Sorg dafür, dass sie alles tanzen, was sie von alleine können, und ermuntere sie soweit wie nötig, um ihr Selbstvertrauen aufzubauen - aber, auch hier, vorsichtig. Ermunterung ist fast so problematisch wie Hilfe (wo geht sie in Druck über?).
Soviel zu den Helfern. Wer sich helfen läßt, braucht aber ebenfalls gewisse Fähigkeiten. Hier mein Handbuch zum Helfenlassen:
Jeder braucht irgendwann einmal Hilfe. Wenn du irritiert oder unsicher
bist, bitte darum. Meist stellt sich heraus, dass die Angesprochenen
liebend gerne andere unterstützen.
Wie in den meisten angespannten Situationen führt es zu nichts,
sofort in Panik zu geraten, wenn der Square seltsam aussieht. Konzentrier
dich, analysiere die Formation, mach dir die Definition des Calls klar
- zwing dich zu klarem Denken.
Zwing die anderen im Square nicht zum Gedankenlesen, wenn du Schwierigkeiten mit einem Call hast. Tu oder sag etwas. Es sollte einen eindeutigen Unterschied in deinem Verhalten geben, woran man den Zustand 'Ich bin verloren' von dem Zustand 'Ich weiß, was ich tue' unterscheiden kann. Ich persönlich sage einfach 'Hilfe, ich bin verloren' - das ist irgendwie langweilig, aber es funktioniert.
Als 'flankierende Maßnahme' halt deine Augen offen für das, was angeboten wird. Erwarte nicht, dass dich jemand dich zu deiner Position eskortiert dort einparkt. Du musst schon kooperativ und aufnahmefähig
sein.
Es gibt ein paar einfache Tricks, die dir helfen können, um deine Position wiederzufinden, auch wenn du keine Ahnung hast, was gerade geschehen ist:
Wenn du der einzige Mann über Bord bist, gibt es normalerweise irgendwo in der Formation eine Lücke, die verdächtig nach deiner Abwesenheit aussieht..
Gute Caller neigen zu einer fließenden Choreographie. Wenn du dem Body flow folgst, hast du eine reelle Chance, dich ungefähr in die richtige Richtung zu bewegen.
Wenn du das Gefühl hast, nicht da zu sein, wo du hingehörst, nimm einfach deine neue Identtät an. Wer weiß, ob du nicht eine neue Herausforderung, einen 'Thrill' fürs Leben findest... Wenn der Square weiterläuft, hast du alle Chancen, das Problem bei einer späteren Gelegenheit zu reparieren.
Wenn du verwirrt bist, halte ein Auge auf deinen Opposite (Anmerkung des Übersetzers: Hier ist der Tänzer gleichen Geschlechts gemeint, der schräg gegenüber von dir angefangen hat). Wenn auch er/sie nicht weiter weiß (oder dich beobachtet), such nach dem dir entsprechenden Tänzer in einem anderen Square. Verwende dies auf keinen Fall als Tanztechnik! Es ist eine reine Rettungsstrategie, nur für den Fall, dass du komplett verloren bist.
Wenn etwas passiert, das du nicht verstehst, warte mit dem Nachdenken bis der Tip vorüber ist. Drüber nachdenken und gleichzeitig weitertanzen wollen ist der sichere Tod - ich spreche aus bitterer eigener Erfahrung.
Das scheint so offensichtlich, wird aber oft übersehen. Die Leute sollen wissen, dass ihre Hilfe willkommen war.
Ich bin mir absolut bewusst, dass dieser durchdachte und begründete Ansatz im Eifer des Gefechts schwierig durchzuhalten ist. Aber das bedeutet nicht, dass wir uns nicht um das Ideal bemühen sollten. Wenn zum nächsten Mal jemand böse wird, dem du versucht hast zu helfen, frag dich einmal, woran du es hast fehlen lassen. Wenn du zum nächsten Mal nicht die gewünschte Hilfe bekommen hast, frag dich, ob du dies deutlich gemacht hast. So können wir uns gegenseitig helfen, neue Qualität in unserem Spaß am Tanzen zu finden.
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Lydie
Auf der Mitgliederversammlung der EAASDC am 4. September 2004 wurde beschlossen, die Regeln betreffend Friendship Book und Friendship Badges geringfügig zu ändern. Sie sind ab 1. Januar 2005 gültig.
Bei der Vergabe der ersten beiden Stufen des Friendship Badge, White/Gold (26 Unterschriften) und Black/Silver (52 Unterschriften) lässt man jetzt die Unterschriften von seinem Clubvorstand prüfen und reicht dann das Buch bei Weidich's Badge & Record Service, Faißtstr. 11, 74076 Heilbronn ein, wo man das entsprechende Badge zum Preis von 2,-- Euro erwerben kann. Auch die entsprechenden kleinen Friendship Dangles kann man dort erwerben. Bei Postversand bitte einen frankierten Rückumschlag und den entsprechenden Betrag in Briefmarken beilegen.
Bei den höheren Stufen des Friendship Badge, Black/Gold (104 Unterschriften), Blue/Silver (208 Unterschriften) und Red/Gold (416 Unterschriften) bleibt das Verfahren wie bisher: Das Friendship Book wird an den Vizepräsidenten der EAASDC, Karin Briesemeister, Rheinstr. 60, 65185 Wiesbaden, geschickt, ebenfalls mit einem frankierten Rückumschlag versehen. Karin prüft die Unterschriften anhand der im Friendship Book enthaltenen Regeln und vergibt das Friendship Badge. Dieses zusammen mit dem Friendship Book kommt mit der Post zurück an den Eigentümer, versehen mit einem Formular, das die Einwilligungserklärung enthält, die an den Editor des EAASDC Bulletin zu schicken ist, wenn man im Bulletin veröffentlicht werden will.
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Hartmut Heiber
Mannheim Old West Squares, Mannheim: Dieser Club ist wohl der älteste Mannheims und tanzt bereits seit den 70er Jahren (?). Er benennt sich einfach nach dem Alten Westen in Anlehnung an die amerikanische Geschichte und die Besiedlung des Westens des nordamerikanischen Kontinents im 19. Jahrhundert.
Der Club hat mehrmals das Winter-Jamboree in den Sporthallen in Lampertheim ausgerichtet.
Mannheim Mixers, Mannheim Dieser zweite Mannheimer Club tanzt auch schon recht lange. Der Name bezieht sich auf Mixer, die die einfachen Round Dances (Phase I) darstellen, bei denen im Kreis getanzt die Tänzer nach jeder Sequenz die Partner wechseln. Aber der Begriff ist zweideutig, er kann sich auch beziehen auf die Tänzer, die sich mit anderen mischen, d.h. nicht nur mit dem eigenen Partner bzw. der eigenen Partnerin tanzen.
In diesem Clubnamen wird noch die Zusammengehörigkeit von Square und Round Dance in der amerikanischen Tanztradition augenfällig ausgedrückt, was auch durch die Person von Don Casper als gleichermaßen Clubcaller und Clubcuer (seit 25 Jahren) dargestellt wird, d.h. daß in diesem Club von Anbeginn Square und Round Dance praktiziert werden. Das Clubbadge enthält u.a. auch die Nationalflaggen der USA und Deutschlands. Seit langem wird fast jährlich hier das Special 'Tanz in den Quadraten' ausgerichtet, das natürlich auch mit dem Bezug auf quadratischen Tanz sich am quadratischen Stadtgrundriss von Mannheim orientiert, der um 1700 nach der Zerstörung der Stadt geschaffen wurde.
Rhythm Rounds, Mannheim: Dieser Round Dance Club, in dem ebenfalls Don Casper cuet, bezieht seinen Namen aus der Welt der Musik und heißt übersetzt einfach Rhythmus-Rundtänze, eigentlich eine Grundforderung an jede Musik und jeden Tänzer. Dieser club hat mehrfach in den schönen Sporthallen von Reilingen bei Mannheim das Round Dance Festival der EAASDC/ECTA ausgerichtet.
Rounds 2000, Mannheim: Ein neuer Round Dance Club wurde im Jahre 2000, wie der Name schon sagt, in Mannheim gegründet, hier cuet Nachwuchscuerin Karin Hahl.
Rokoko Dancers, Mannheim: Ein ebenfalls seit Jahrzehnten eingesessener Club, der jetzt in Mannheim tanzt, ursprünglich aber in Schwetzingen, von dessen Schloß er seinen Namen ableitet. Dieses ist eigentlich ein Barockschloß, hat aber wohl auch einige Rokoko-Anteile.
Bandits, Ladenburg: Dieser Plus-Club wurde im Sommer 1998 vom alteingesessenen Club 'Mannheim Old West Squares' gegründet und war einer der ersten in dieser Gegend. Der Begriff 'Banditen' ist wieder aus dem Sprach- und Ideenschatz des Wilden Westens übernommen.
Crossfires, Mannheim: Ein ebenfalls relativ neuer Plus-Club, der sich nach der Plus-Figur 'Crossfire' benennt.
Spargel Spinners, Plankstadt: Dieser Club, bereits seit den 80er Jahren aktiv, benennt sich nach dem bekannten Spargelanbaugebiet um Schwetzingen herum. Der Name würde übersetzt wohl Spargeldreher bedeuten, denn 'to spin' ist ein englischer Begriff, der für Square wie auch Round Dance gleichermaßen zutrifft, man denke an die Figuren 'Spin the Top' oder 'Spin Chain Thru'. Denn in diesem Club wird sowohl Square als auch Round Dance getanzt. Seit langem wird hier jährlich im Mai ein Special mit wechselndem Motto veranstaltet, die letzten Male waren dies Sonnenblumen und die Schweiz.
Carousels Round Dance Club, Altlußheim: Ein alteingesessener Club, der in Altlußheim bei Mannheim Round Dance betreibt. Der Name wird weltweit gern für RD Clubs gebraucht und erinnert einfach an das Karussell, das im Kreise fährt, also eine runde Bewegung vollführt.
Heidelberg Hoedowners, Heidelberg: Einer der ältesten Square Dance Clubs in Deutschland und Europa, der 1955 von amerikanischen Offizieren in Heidelberg gegründet wurde und ununterbrochen seitdem getanzt hat, und zwar Square und Round Dance. 'Hoedowner' ist jemand, der zur Hoedown-Musik, also zur Musik beim Patter Call tanzt, im Gegensatz zum Singing Call.
Der Club hat 1955 die EAASDC mit aus der Taufe gehoben und feiert ebenso wie diese Dachorganisation 2005 seinen 50. Geburtstag. Seit vielen Jahren wird jährlich im Februar, in der Nähe des Valentinstages (14. Februar), das Special 'Valentines Castle Dance' ausgerichtet, also als Valentinstanz zu Ehren der Verliebten. Lange fand diese Veranstaltung im Heidelberger Schloß statt, Mitte der 90er Jahre dann wurden die Kosten zu hoch, und man zog um in einen Saal im Patrick Henry Village, der amerikanischen Wohnsiedlung bei Heidelberg.
Auch in diesem Club wird Round Dance getanzt.
Swinging Stars, Heidelberg: Der zweite Heidelberger Club, der auch seit langem tanzt, ebenso Square (überwiegend Plus-Programm) wie auch Round Dance. Der Clubname ist ein Tanz- und Phantasiebegriff: 'Schwingende Sterne' kann man sich bei den Tänzern vielleicht vorstellen.
Alljährlich im Juni wird als Special ein 'Barn Dance' veranstaltet. Dieser Begriff kommt aus der Square Dance-Geschichte, der Tanz in der Scheune.
Texas Armadillos, Heidelberg:
Ein neugegründeter Heidelberger Club, der seit wenigen Jahren Mainstream tanzt. Der Clubname ist etwas merkwürdig, denn 'Armadillo' ist das Gürteltier, das auch im US-Bundesstaat Texas vorkommt, ebenso wie in Mittelamerika. Der Clubcaller John R. Sanderlin ist allerdings gebürtiger Texaner, was vielleicht die Namenswahl erklärt.
Keller Swingers, Sandhausen:
Dieser Club tanzt seit etlichen Jahren im Raum Heidelberg und hat tatsächlich mal in einem Keller (Partykeller o.ä.) angefangen. Er ist ein High Level Club und beschäftigt sich zur Zeit mit dem A2-Programm.
Sunny Honeys, Bammental:
Dieser Club tanzt seit etwa zwei Jahren, der Clubname ist schwer zu übersetzen: 'Sonnige Lieblinge' kommt dem Begriff noch am nächsten. Eine Sonne ziert auch das Clubbadge. 'Honey' ist ja der bekannte Kosename im amerikanischen Slang für den Liebling, öfters bezeichnet der Mann seine Freundin so.
Sunshine Twirlers, Lauda: Wieder hat der Name dieses langjährigen Clubs mit der Sonne zu tun: Die 'Sonnenscheinwirbler', wobei Twirl eine bekannte SD-Figur ist, die oft am Ende des Swing steht: die Dame nach dem Swingen ausdrehen. Sicher hat der Sonnenschein im Herzen der Tänzer auch mit dem Clubnamen zu tun.
Taubertal Dancers, Bad Mergenthim: Der Nachbarclub des vorherigen tanzt auch schon eine Weile, es sind die Taubertal-Tänzer, wobei keine Übersetzungsprobleme auftreten.
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Heike
Das Spiel 'Squaredance' ist von der Firma Hiku-Spiele, die viele Mancala-Varianten bekannt ist, wurde für zwei Spieler ge- und von Hartmut Kommerell erdacht. Das Spielmaterial ist ein Lederspielplan mit 8 x 8 Feldern (wie Schach- oder Damespielplan) und 4 x 5 Spielsteinen aus Halbedelsteinen. Die Spieldauer beträgt ungefähr zwanzig Minuten. Es kam 2003 auf den Markt.
Das Spielziel bei Squaredance klingt gar nicht so schwer, muss man doch nur alle eigenen Steine einer Farbe in ein Quadrat bekommen, ohne daß in diesem Quadrat noch weitere Steine liegen.
Das sollte nicht so schwer sein, denn in jeder Farbe spielen nur fünf Spielsteine mit...
Jeder Spieler spielt mit je fünf Steinen in zwei Farben, die zu Anfang von beiden Spielern gemeinsam ins Spiel gebracht werden müssen. Eingesetzt werden darf ein Stein auf jedem beliebigen freien Feld des 8 x 8 Felder großen Spielplanes, wobei jeder alle Spielsteine - also ausdrücklich auch die Steine des Gegners - einsetzen darf. Da gibt es schon taktische Möglichkeiten, unter anderem dadurch, dass man die gegnerischen Spielsteine so plaziert, daß sie später keine Zugmöglichkeiten mehr haben. Nach dem Aufbau erfolgt der taktischere Teil des Spieles.
Bewegt werden kann ein eigener Spielstein - egal welcher Farbe - auf jedes Feld, das zusammen mit dem Startfeld, auf dem sich der Spielstein befindet, eine quadratische Fläche bildet, innerhalb derer kein weiterer Stein liegt. Die kleinste mögliche Fläche wäre ein 2 x 2 Felder großes Quadrat, die größte wäre 8 x 8 (hypothetisch). Dazwischen gibt es 3 x 3, 4 x 4 etc.
Stellen wir uns jetzt ein 3 x 3 Felder großes Quadrat vor. Liegt unser Spielstein nun auf einer Ecke des Quadrates und sind alle anderen acht Felder frei, so kann der Stein auf jedes dieser Felder gezogen werden - ganz einfach, oder?
Das war's, was das Ziehen von Steinen betrifft. Stellt sich jetzt nur noch die Frage, was man machen muss, um Squaredance zu gewinnen. Das Ziel ist klar, man muß nur alle eigenen Steine einer Farbe in ein Quadrat bekommen, ohne daß in diesem Quadrat noch weitere Steine liegen. Dazu ist es nötig, auf dem Spielfeld etwas mehr Platz zu schaffen, was mich zum Rauswerfen von Spielsteinen bringt.
Um nun eigene oder fremde Spielsteine zu schlagen, bedarf es mal wieder einer Quadrat-Formation auf dem Spielfeld. Wann immer der eben bewegte Stein mit drei anderen ein vollständiges Quadrat bildet, kann es zum Rauswurf von Steinen kommen.
Rausgeworfen werden in diesem Fall alle Steine - eigene wie fremde -, deren Farbe auf den vier Ecken nur einmal vorkommt.
Diese Steine sind damit endgültig aus dem Spiel. Für die Spieler, die auf diese Weise Steine verlieren, ist es nun um so einfacher, die Siegbedingungen zu erfüllen, haben sie doch jetzt einen Spielstein weniger. Auf diese Weise ist Squaredance zu gewinnen.
Squaredance ist ungewöhnlich. Es ist ein Spiel ohne Glücksfaktor – alle Spielinformationen sind immer für die beiden Spieler verfügbar.
So erklärt es sich auch, daß man bei Squaredance viel grübeln kann, bevor man einen Zug macht, oder es einfach so aus dem Ärmel spielt.
Beides ist spielbar und hat seinen Reiz.
Nach dem Anspielen von Squaredance wollte ich etwas über den Autor Hartmut Kommerell erfahren.
So schrieb ich an ihn eine Email, ob er Square-Dancer sei. Warum das Spiel so heiße, etc.
Hier seine Antwort:
Hallo Heike,
nein, Tanzen ist nicht mein Ding.
Und Squaredance hat mit Squaredance nichts zu tun.
Auf den Titel bin ich gekommen, weil das Spiel rund um quadratische Strukturen oder Bedingungen komponiert ist, der Titel ist dann auch mehr als 'Tanz der Quadrate' zu verstehen.
Wer allerdings das Spiel spielt, wird den Titel dann auch wieder treffend finden, jedenfalls gab's bislang keine anderweitigen Reaktionen.
Viele Grüße - und natürlich viel Spaß bei beiden Squaredances,
Hartmut
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