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Hartmut Heiber
Nach unseren sehr positiven Erfahrungen mit Dominik Weils 'Square Dance Tours' und den Reisen nach Australien (2002) und Schottland und Wales (2003) brachen wir auf zu unseren Antipoden, nach Neuseeland, sozusagen dem Ende der Welt. Wir hatten es uns reiflich überlegt, denn die Kosten, die Entfernung und die Mühsal der Reise sind nicht zu unterschätzen. Aber das Programm und die geplante Jahreszeit hatten uns bei den Überlegungen überzeugt, und so starteten wir nach gründlichen Vorbereitungen am Freitag, 26. Februar 2005, nach der Anreise mit dem ICE am Flughafen in Frankfurt zu dem großen Abenteuer. Insgesamt 41 Squaredancer waren es einschließlich dem Reiseleiter Dominik, die sich am Nachmittag im Rhein-Main-Flughafen trafen. Viele davon kannten wir bereits von den anderen Reisen. Die anderen wurden uns schnell vertraut, denn dies ist unter Square Dancern kein Problem.
Am Abend um 19:20 Uhr sollte die Maschine der 'Korean Air' nach Seoul abheben, und es ging nach dem Check-in und allen Kontrollen auch fast pünktlich los. Die Passagiere waren recht zufrieden in der Boeing dieser Gesellschaft, in der relativ viel Fußraum in der Economy Class vorhanden ist. Die Verpflegung ist gut und reichlich, und man wird tatsächlich von den Stewardessen umsorgt. Wenn man während des Fluges nicht isst, so liest man, hört Musik, betrachtet das Filmprogramm oder döst bzw. schläft. Die Nacht war schnell vorbei, denn wir flogen nach Osten, der Sonne entgegen.
Auf dem Flugplan auf der Leinwand stellten wir fest, dass wir über Berlin, Polen und dann weiter nördlich an Moskau vorbei, über den Ural und die unermesslichen Weiten Sibiriens, der Mongolei und Chinas unseren Weg nahmen. Nach etwa elfstündigem Flug landeten wir am nächsten Nachmittag um 14:15 Uhr auf dem neuen Flughafen Incheon der südkoreanischen Hauptstadt Seoul.
Dort erwartete uns bereits ein Bus, der uns in einstündiger Fahrt nach Seoul ins Hotel brachte, wo wir uns ausruhen konnten. Wir waren im Itaewon Hotel im gleichnamigen Touristenviertel untergebracht, einem großen internationalen Hotel mit mehr als zehn Stockwerken. Einige Gruppenmitglieder gingen noch zum koreanischen Essen, die anderen pflegten die wohlverdiente Nachtruhe.
Am Sonntagmorgen ging es um 10:00 Uhr mit unserer deutschsprachigen Reiseleiterin auf Stadtrundfahrt, nachdem wir das reichliche westliche und koreanische Frühstück genossen hatten. Wir fuhren quer durch die Hauptstadt Südkoreas. Sie zählt mehr als zwölf Millionen Einwohner und ist auf Hügeln gebaut, vom majestätischen Han-Fluss durchquert. Wir sahen die moderne Innenstadt mit ihren Bürohochhäusern und Betonpalästen, aber auch traditionelle Viertel, die eng und verwinkelt bebaut sind, mit traditionellen Märkten, wo es fast alles zu kaufen gibt. Sie bestehen häufig aus einem Gewirr von Gassen, in dem man sich verlaufen kann.
Weiter ging die Fahrt zum Gyeongbokgung Palast, dem größten und weitläufigsten Palast in Seoul, der Ende des 14. Jahrhunderts von der damaligen Joseon-Dynastie erbaut und im 20. Jahrhundert nach den Zerstörungen durch die Japaner wieder aufgebaut wurde. Auf dem Gelände befindet sich auch das Nationale Folkloremuseum. Anschließend fuhren wir noch auf den Namsan-Berg, von dessen Fernsehturm wir einen herrlichen Blick auf die Stadt hatten. Hier wurde sowohl auf der Aussichtsplattform des Turmes als auch in einer Tempelnachbildung auf der Bergspitze jeweils ein Squaredance-Tip getanzt, denn wir hatten unseren eigenen Caller, Achim Hammer, mit, der uns während der ganzen Reise als Tourcaller zur Verfügung stand.
Am Abend noch ging es um 21:30 Uhr weiter ab Flughafen Incheon mit der 'Korean Air' in einem etwa neunstündigen Flug nach Neuseeland, wo wir am nächsten Vormittag in Christchurch, der größten Stadt der Südinsel, landeten. Nach der Landung wurden wir bei der Einreise streng kontrolliert. In Neuseeland, wie auch in Australien und anderen Inselstaaten, herrscht große Furcht vor Schädlingen, Pflanzen- und Tierkrankheiten, die die Tier- und Pflanzenwelt und die Landwirtschaft beeinträchtigen könnten. Sie könnten diesem Lande, das auf landwirtschaftliche Produktion und den Export von Agrargütern wirtschaftlich stark angewiesen ist, enormen Schaden zufügen. So wurden wir bereits vorher darauf hingewiesen, keine Lebensmittel und andere Biomaterialien einzuführen. Bei der Einreise kam wieder einer der Schnupperhunde, ein Beagle, der an unserem Gepäck herumschnupperte.
Da diese Prozedur recht lange dauerte, waren wir erst am frühen Nachmittag in unserem Hotel, dem 'Chateau on the Park', herrlich im Grünen gelegen. Den Nachmittag verbrachten wir mit Einkaufen und Ausruhen, bevor es zum ersten Clubabend der Reise ging.
Wir besuchten den Club 'Harmony Squares', der in einer Schule tanzte. Etliche Caller und Cuer der insgesamt vier Clubs von Christchurch waren aufgeboten. Es wurde auch ein wenig Rounddance getanzt. Nach dem Tanzen um 21:30 Uhr wurden wir zum 'Supper' gebeten, welches wir als 'Potluck Buffet' kennen: Man trug Tische herein, die mit allen möglichen Köstlichkeiten - Sandwiches, Pasteten, Kuchen, Plätzchen, Obst usw. - beladen waren, dazu gab es Kaffee und Tee. Dies hat uns sehr an die Verhältnisse in britischen Clubs erinnert, wo Gäste ebenso empfangen werden. Aber auch das Tanzen an sich ähnelte sehr dem in Clubs in England, den USA und Australien: Hauptsächlich ältere Tänzer, meistens Rentner, die gemächlich ihrem Tanzvergnügen nachgehen. Die Caller und Cuer halten sich im allgemeinen an das ruhige Tempo der Tänzer und fordern die Tänzer nicht mit komplizierten Kombinationen und Dancing by Definition.
Die Freundlichkeit und Gastfreundschaft der Neuseeländer ist herausragend, und wir hatten in allen sieben besuchten Clubs einen schönen Abend und fühlten uns willkommen. In jedem der Clubs wurde unser Tourcaller Achim ins Programm einbezogen und callte mindestens einen Tip.
Während des Essens hatte man die Möglichkeit, sich in Gespräche zu verwickeln, aber es bedurfte schon recht guter englischer Sprachkenntnisse, denn wie schon in Australien gab es auch hier verschiedene Akzente und landesüblichen Slang, der die Verständigung erschwerte. Wir wurden dann gegen 22:00 Uhr freundlich verabschiedet und mussten in einigen Clubs uns noch zu einem Gruppenfoto zur Erinnerung aufstellen.
Nach dem reichhaltigen Frühstück, welches es eigentlich in jedem Hotel während der Reise gab, fuhren wir in unserem Reisebus der Firma Clarks und mit unserem Fahrer Bob (Robert White) los, der uns während der Tour auf der ganzen Südinsel begleiten sollte. Der deutschsprachige Reiseführer Uli Sperber, ein in Auckland ansässiger ausgewanderter Deutscher, führte uns zunächst durch Christchurch, die englischste Stadt Neuseelands, wo wir die alte Universität, die Colleges nach britischem Muster, die schönen, gepflegten Parkanlagen, die Kathedrale auf dem zentralen Platz und die nostalgische Straßenbahn auf ihrem Rundkurs durch die Innenstadt bewunderten.
Anschließend ging es weiter in südlicher Richtung auf dem Highway 1 durch die weite Canterbury-Ebene mit riesigen Agrarflächen, wo hauptsächlich Getreide und Gemüse, aber auch Wein angebaut werden. Doch auch hier findet man schon große Weideflächen mit zahllosen Schafen.
Nachmittags kamen wir in Oamaru an, einem Städtchen direkt am Pazifik, wo wir im 'Kingsgate Brydone Hotel' im Zentrum Quartier nahmen. Hier waren bemerkenswert einige gut restaurierte, in neoklassizistischem Stil erbaute Gebäude aus der viktorianischen Zeit wie das Rathaus, die Nationalbank, das Opernhaus (!) und andere.
Weiter ging es nach Süden an der Pazifikküste entlang, bis wir zu einer erdgeschichtlichen Sehenswürdigkeit kamen, den Moeraki Boulders. Es handelt sich um riesige Steinkugeln von häufig 2 Meter Durchmesser, die vor 60 Millionen Jahren auf dem Meeresboden entstanden, als Kalksalze um einen Kern kristallisiert. Später wurden diese Kugeln oft von Erde bedeckt und dann auch wieder durch das Meer freigespült, so dass sie heute am Strand liegen und teils auch wieder auseinandergebrochen sind die Erosion fordert ihren Tribut.
Dann ging es nach Dunedin, der fünftgrößten und gleichzeitig der 'schottischsten' Stadt Neuseelands. Es ist tatsächlich eine schottische Gründung, als Namen wählte man den keltischen Namen von Edinburgh. Auch heute leben dort viele schottische Einwanderer und deren Nachfahren und pflegen ihre Bräuche. Bemerkenswert ist städtebaulich der großartige Bahnhof, 1904 im Stil der flämischen Renaissance erbaut, das 'Octagon', ein achteckiger Platz im Stadtzentrum mit offiziellen Gebäuden wie Rathaus und Kirche, und wiederum weitläufige Parkanlagen.
Wir schauten uns hier die 'steilste Straße der Welt' an, die noch steiler ist als die Straßen in San Francisco. Hier kann sogar ein Andenkenladen davon leben.
Nachmittags besuchten wir die Halbinsel Otago und fuhren am Otago Harbour, einem natürlichen Meeresarm, entlang bis zur Halbinsel Tairoa Head. Wir bestiegen ein Boot, das uns ganz nahe an die einmalige Albatroskolonie auf dem Felsen der Halbinsel brachte. Vom Boot konnten wir sehr gut die aufsteigenden und landenden Albatrosse mit ihren gewaltigen Schwingen in majestätischem Flug beobachten, daneben noch viele andere Seevögel wie Kormorane, Gänse, Enten, Möwen, blaue Pinguine wie auch Seehunde und Seelöwen. Diese Albatroskolonie gilt als eine der größten Kolonien weltweit und wird sorgfältig von Naturschützern gepflegt und überwacht.
Anschließend ging es zur benachbarten Kolonie der Gelbaugenpinguine, die auf dem Gelände einer Farm am Rande der Otago-Halbinsel besteht und auch in privater Initiative unterhalten wird. Diese Pinguine gelten als seltenste Pinguinart der Welt. Man kann die Tiere mit Hilfe von Unterständen und Gräben ganz aus der Nähe betrachten.
In Dunedin kamen wir diese Nacht im 'Southern Cross Hotel' unter. Abends ging es dann zum zweiten Clubbesuch bei den 'Waggon Wheels', die von 20:00 bis 22:00 Uhr tanzten, anschließend wurde wieder 'Supper' angeboten. Auch hier waren verschiedene Caller und Cuer der vier Clubs in Dunedin anwesend und gestalteten das Programm gemeinsam mit Achim.
Nach dem Abschied von Dunedin machten wir uns auf in Richtung Westküste, wobei wir den südlichsten Punkt unserer Reise berührten. Die Südinsel liegt mit am nächsten der Antarktis, nur Kap Hoorn in Südamerika ist als Festlandspunkt dem Südpol noch näher. Auf der Fahrt quer über die Südinsel sah man immer wieder Tausende von Schafen, Rindern und Farmwild in großen Gehegen, aber auch unendlich große leere Weiden, die nicht mehr bewirtschaftet werden, weil sie von wildem Ginster überwuchert werden. Viele Farmen sind hier größer als tausend Hektar und dehnen sich über für uns Europäer unvorstellbare Weiten aus, ähnlich wie in Amerika und Australien.
Ein interessanter Besuch auf der Timbertop Farm nahe Lumsden unterbrach diese Fahrt. Ein Schaffarmer erklärte uns seine Tätigkeit auf der Farm, die er gemeinsam mit seinen zwei Söhnen und ihren Familien, die teilweise hundert Kilometer entfernt wohnen, bewirtschaftet. Die Farm war etwa 1.100 Hektar groß, es wurden dort über 4.000 Schafe, mehr als 1.200 Rinder und 1.000 Stück Rotwild gehalten.
Ein kompliziertes, aber plausibel klingendes Zuchtsystem der Schafe wurde uns erklärt, wobei die Schafe hauptsächlich für den Ertrag von Wolle und Fleisch gehalten wurden. Ebenso viel verdienen die Farmer auch an den Rindern (Milchkühe und Fleischtiere) und am Farmwild (Rotwild), wovon der größte Teil des Fleisches nach Deutschland und das Gehörn nach Asien exportiert wird. Auch das Schafscheren und das Führen der Herden mit den Schäferhunden wurde demonstriert. Zum Schluß tanzten wir noch einen speziellen Tip Squaredance im Schafscherschuppen.
Weiter ging es in Richtung Te Anau am gleichnamigen See, das als Tor zum Fjordland angesehen wird. Bevor wir unser Quartier, das Luxmore Hotel, bezogen, besichtigten wir noch einen Tierpark mit seltenen neuseeländischen Vögeln. Abends ging es dann aufs Schnellboot, das uns in zwanzig Minuten den langgezogenen See hinauf zur Glühwürmchenhöhle brachte: Über ein System von Gängen und Treppen und teils mit dem Boot entlang dem reißenden Höhlenfluss gelangt man in diese Höhle.
Sie fasziniert bei völliger Stille und Dunkelheit die Insassen, wenn hunderte von Glühwürmchen an der Höhlendecke hängen und leuchten, um mit klebrigen Fäden Nahrung anzulocken. Es sieht aus wie ein Sternenhimmel, aber nur bei absoluter Stille, sonst 'geht das Licht aus'. Es ist eine einmalige Attraktion.
Der nächste Tag führte uns zum Milton Sound an der Westküste. Der ganze Südwesten der Südinsel ist der Fjordland-Nationalpark mit geschützter Landschaft, Flora und Fauna. Der Park ist durchzogen von Fjorden, die hier auch Sund (engl.: sound) genannt werden, aber den norwegischen Fjorden zum Verwechseln ähnlich sehen. Es gibt in diesem Gebiet kaum Straßen. Die eine ist die zum Milford Sound, die alpinen Charakter hat und durch einen zwei Kilometer langen Tunnel führt, der erst im Jahre 1952 nach langer Bauzeit eröffnet wurde, bis man auf Serpentinen hinunter zum Milford Sound absteigt.
Auf dem Fjord werden laufend Schiffstouren von verschiedenen Gesellschaften angeboten, und eine solche hatten wir gebucht. Mit dem Wetter hatten wir Glück, zwar keinen Sonnenschein, aber halbwegs klare Sicht, so war die Fahrt vorbei an steil aufragenden Wänden und zahlreichen herunterstürzenden Wasserfällen ein reines Vergnügen.
Es gab zahllose Motive für unsere Fotografen. Der Wind auf dem Schiff war frisch und verstärkte sich, je näher man der offenen See kam, dem Tasmanischen Meer. In der Nähe des Leuchtturms kehrten wir um. Auch Ozeandampfer und große Kreuzfahrtschiffe können den Milton Sound befahren, der etwa dreihundert Meter tief ist.
Nach dieser eindrucksvollen Tour, auf der wir einen Tip Squaredance auf dem Oberdeck hingelegt hatten, fuhren wir zurück nach Te Anau. Es ging direkt weiter in Richtung Queenstown, das wir nach zwei- bis dreistündiger Fahrt erreichten.
Queenstown, wo man fast nur Touristen trifft, ist ein mondäner Erholungsort, entstanden aus einem früheren Goldgräberdorf. Wir kamen im Copthorne Lakefront Resort Hotel, einem erstklassigen, weitläufigen Hotel, unter. Der Ort beeindruckt durch seine herrliche Lage am Wakatipu-See, seine gepflegten Anlagen und Parks, ganz besonders den bereits vor 140 Jahren angelegten Park auf einer in den See ragenden Halbinsel mit Baumriesen wie Sequoia, Eichen, Buchen und Linden.
Dieser Tag fing als besonderer Tag an, denn da feierte unsere Mitreisende Ruth Koll ihren 75. Geburtstag. Dies musste natürlich ausgiebig gefeiert werden. So hatten einige Teilnehmer Geburtstagsdekoration, Luftballons, ebenso eine Geburtstagstorte und einen 'Geburtstagshut' für das Geburtstagskind erworben. Als Ruth zum Frühstück in den Speisesaal des Hotels trat, stimmte die ganze Korona das Lied an, und mit großem Hallo wurde ihr gratuliert.
Nach dem Frühstück brach man auf, um die Umgebung mit dem Bus zu erkunden: Zuerst wurde auf einer Anhöhe mit herrlichem Blick auf Queenstown ein Tip getanzt, dann ging es weiter nach Arrowtown, einer anderen alten Goldgräberstadt, die allerdings ihr früheres Flair noch nicht verloren hatte, heute aber von Touristen leben muss.
Die Fahrt ging über die Kawarau-Brücke, wo in den Siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts A. J. Hackett das Bungee-Springen (die Neuseeländer nennen es allerdings Bungy Jumping) erfunden hatte: das Springen in die Tiefe kopfüber mit an einem Gummiseil befestigten Füßen. Dies ist zu einer regelrechten internationalen Extremsportart geworden und wird mittlerweile überall auf der Welt ausgeübt. Extremspringer sind schon von Hochhäusern und Türmen gesprungen, nicht nur in Neuseeland und Australien. Von dieser Kawarau-Brücke kann heute jeder, der sich dazu fit fühlt, gegen Bezahlung einen Sprung in die Tiefe wagen. Unten wird er, wenn das Seil ausgeschwungen ist, dann von einem auf dem Fluss fahrenden Boot in Empfang genommen.
Dieses Springen übrigens war ursprünglich eine traditionelle Sportart in Polynesien und Südostasien, wo sich junge Männer, an Lianen gebunden, von Bäumen stürzten und von federnden Matten aufgefangen wurden.
Wir fuhren dann nach Queenstown zurück, wo wir die Gondelbahn (Kabinenbahn) bestiegen. Von der hoch über dem Ort liegenden Bergstation auf dem Bob's Peak hat man einen grandiosen Blick auf Queenstown, den Lake Wakatipu und die gegenüberliegende Bergkette Remarkables. In dieser Gegend liegen zahlreiche Drehorte der Filmtrilogie 'Der Herr der Ringe', weil man hier noch sehr viele freie Landschaften findet.
Der Nachmittag stand dann zur freien Verfügung, und man konnte sich weiterhin in der herrlichen Umgebung ergehen oder aber einen Einkaufsbummel in Queenstown unternehmen.
Am nächsten Tag ging es weiter in Richtung Westküste über Cromwell, eine weitere Stadt aus der Goldsucherzeit, Wanaka, einen am gleichnamigen See herrlich gelegenen Erholungsort, und über die Southern Alps (Süd-Alpen), den Gebirgszug, der die Südinsel durchzieht, und den Haast Pass nach Haast.
Es regnete in dieser Gegend stark und ergiebig, was hier häufig ist. Diese südwestliche Ecke, der Milton Sound an erster Stelle, bekommt damit den stärksten Niederschlag des ganzen Landes. Überall an der Straße, die sich an den Berghang schmiegt, kommen starke Sturzbäche herunter. Man hat den Eindruck, dass der Bus gewaschen werden soll. Die Wassermassen überschwemmen auch manchmal die Straße und führen Geröll mit, so kommt es vor, dass hin und wieder die Straße verschüttet oder zerstört wird, daher müssen an bestimmten Stellen Ausweichstraßen gebaut werden, die man noch sehen kann.
Zwischendurch wurde an der Raststätte Makarora eine Pause eingelegt, aufgelockert durch einen Squaredance Tip. Weiter ging es durch Haast mit einem sehr interessanten Informationszentrum, über die unendlich erscheinende Brücke, die den Haast-Fluss überquert. Die meisten Brücken in dieser Gegend sind einspurig, allerdings mit Ausweichmöglichkeiten. Auf einer Brücke fährt sogar gleichzeitig die Eisenbahn, die immer Vorrang hat.
Ab jetzt fuhren wir die Küstenstraße, die den undurchdringlichen Regenwald durchquert, entlang nach Norden. Nachmittags trafen wir dann am Fox Glacier (Fox-Gletscher) ein, wo wir im Fox Glacier Resort Hotel Quartier nahmen. Dieser winzige Ort wurde wohl nur für die Touristen gebaut. Man findet hier die üblichen touristischen Angebote wie Restaurants, Hotels, Ferienwohnungen, Hubschrauberflüge, Mietwagen und geführte Wanderungen.
Am Morgen wollten wir uns den Gletscher ansehen, und so ging es frühzeitig los zum etwa fünf Kilometer entfernten Parkplatz, von wo wir auf einem Wanderweg weitermarschierten. Leider war der Weg nach einer Weile gesperrt, und wir zogen es vor, die Anweisung der Naturparkverwaltung zu respektieren.
Das Wetter war ungünstig, weshalb geplante Hubschauberflüge schon ausgefallen waren. Bei riskantem Wetter kommt es vor, dass die Wanderung zur Gletscherzunge beziehungsweise zum Gletschertor zu riskant ist wegen von den Hängen herabstürzenden Gerölls und so weiter. Aber wir konnten den Gletscher in fünfhundert Meter Entfernung erkennen, leider nicht den schneebedeckten Gipfel des Mount Cook, höchsten Gipfels Neuseelands mit 3754 Meter Höhe, der in der Nähe im gleichnamigen Nationalpark liegt.
Dann ging es weiter zum 27 Kilometer entfernten Franz Josef Glacier (Franz-Josef-Gletscher), benannt vom österreichischen Naturforscher Haast nach dem österreichischen Kaiser Franz Joseph. Hier war entschieden mehr Betrieb, und der schöne Wanderweg vom Parkplatz durch den Regenwald zum Gletscher war stark von Touristen frequentiert. Der gesamte Weg über etliche Geröllhalden hätte aber zuviel Zeit gekostet, so kehrten wir bald wieder um.
Anschließend führte uns die Fahrt auf der Küstenstraße über Harihari nach Hokitika, wo wir eine Jadeschleiferei besuchten. Jade wird in jeder Form in dieser Gegend gefunden und verarbeitet. Bereits die Maoris kannten vor Ankunft der Europäer dieses Material und arbeiteten Schmuck, Werkzeug und Gebrauchsgegenstände daraus. Es handelt sich hier speziell um die Nephritjade.
Vorher hatten wir noch eine Pause an einer Raststätte am Rande des Highway Nr. 6 eingelegt, wobei eine Raststätte in Neuseeland eine Mischung von Tankstelle, Restaurant, kleinem Motel und Souvenirladen ist. Wir fanden bei dieser speziellen Raststätte Peter vor, einen waschechten Neuseeländer mit typischem Humor. Er erklärte uns einige Dinge des Lebens in Neuseeland und zeigte uns einen Film über die Geschichte des Farmwildes, das so typisch für die Gegend ist.
Zunächst wurde das Rotwild aus Europa eingeführt zur Jagd. Als die Zahl der Tiere zu groß wurde und Schaden in der Natur anrichtete, wurde es wahllos gejagt und abgeschlachtet, sogar vom Hubschrauber aus. Nachher, vor etwa dreißig Jahren, kam man aber auf die Idee, die Dinge produktiver zu gestalten, und so wurden die Tiere eingefangen, domestiziert und in großen Gehegen gehalten und gezüchtet. Der Großteil des Ertrags besteht heute im Fleischexport nach Europa, vor allem Deutschland, das den Löwenanteil ausmacht. So ist ein großer Gewinn in der Exportwirtschaft zu erzielen und hat dem Lande nur Nutzen gebracht.
Die Fahrt an der Küste nach Norden ging weiter über Greymouth, wo am Tage später eine Windhose erheblichen materiellen Schaden anrichten sollte, zu den Pancake Rocks (Pfannkuchen-Felsen), die wir besichtigten. Hier hat das Meer im Laufe der Erdgeschichte die Sandsteinklippen ab- und ausgewaschen und Schichtfelsen erzeugt, die wie übereinander gestapelte Pfannkuchen aussehen. Es ist auch eine sehr zerrissene Küstenlinie entstanden, und bei Weststurm drückt das Wasser in die Höhlen und Löcher, wobei Schaumfontänen durch Schächte in die Höhe geschleudert werden, ein wahrhaft atemberaubendes Schauspiel.
Unser Hotel, das Punakaiki Rocks Hotel, lag direkt am Strand, die Badewilligen wurden aber von den groben Kieseln und Steinen und von der Wassertemperatur abgeschreckt.
Ganze Berghänge sind mit neuen Bäumen bepflanzt. Die Holzbearbeitung ist hier ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor. Es wird Kahlschlag gemacht, aber die Hänge müssen innerhalb eines halben Jahres wieder aufgeforstet werden.
Am nächsten Tage ging es in Richtung Westport, dem wichtigsten Hafen an der Westküste. Vor dieser Stadt verließen wir den Bus für eine herrliche Wanderung auf dem Uferweg in Nähe des Cap Foulwind, wobei wir auch eine Seelöwen-Kolonie sichteten.
Die Fahrt ging dann an Westport vorbei, wo wir uns von der Küste abwandten und durch die kurvenreiche und rauhe Buller-Schlucht über Murchison die Stadt wurde in den Zwanziger Jahren durch ein Erdbeben fast ganz zerstört - und Kawatiri nach Nelson an der Tasman-Bucht fuhren. Dort kamen wir im Rutherford-Hotel unter.
Dieses größte Haus am Platze ist benannt nach dem größten Sohn Neuseelands, dem Naturwissenschaftler Ernest Lord Rutherford of Nelson (1871-1937), der die Grundlagen der modernen Atomphysik schuf. Er lebte nur in seiner Jugend in Neuseeland, studierte und arbeitete anschließend in Oxford und Kanada. 1908 erhielt er den Nobelpreis für Physik, 1919 führte er die erste künstliche Atomumwandlung durch. Kurz vor der Einfahrt nach Nelson besuchten wir seine Gedenkstätte mit umfangreichen Informationen, die auf Tafeln im Freien an einer Straßenkreuzung angebracht waren.
Nelson hat eine interessante katholische Kathedrale, die auf einem Hügel mit herrlichem Baumbestand direkt neben dem Hotel liegt. Ansonsten gibt es, wie in vielen neuseeländischen Klein- und Mittelstädten, nichts Außergewöhnliches: Mitten im Ort eine Einkaufsstraße oder zone, die allerdings häufig mit schönen Blumengestecken in hängenden Ampeln geschmückt ist. Ab 17:00 Uhr sind alle Geschäfte außer große Lebensmittelgeschäfte geschlossen.
Am Abend ging es zu unserem nächsten Clubbesuch im 'Nelson Square Dance Club', der unweit vom Hotel in einer Altentagesstätte tanzte: Wieder freundliche Aufnahme, Tanzen mit Damen und Herren überwiegend im Seniorenalter und zum Abschluß das schöne Supper.
Am nächsten Morgen ging es frühzeitig mit dem Bus um die Tasman Bay herum, immer an der Küste entlang, nach Kaiteriteri, wo wir ein nicht allzu großes Schiff bestiegen, das uns an der Küste des Abel Tasman-Nationalparks entlang führte. Wir mussten dafür die Schuhe ausziehen und ein paar Schritte zum vom Schiff ausgefahrenen hölzernen Landungssteg durchs seichte Wasser waten.
In der dritten Bucht stiegen wir dann aus und begaben uns auf den 'Abel Tasman Track', einen immerhin 51 Kilometer langen wunderschönen Küstenwanderweg. Er bescherte uns herrliche Aus- und Einsichten auf das Meer, in idyllische, goldsandige Buchten, deren Wasser blau bis grün schillerte, und auf den heimischen Küstenwald. Eine wackelige Hängebrücke über eine Schlucht wurde überschritten, und es dauerte etwa eine Viertelstunde, bis alle Wanderer sich hinüber und herüber gehangelt hatten.
Die ganze Wanderung dauerte etwa zwei Stunden, dann trafen sich alle in einer der Buchten, wo das Mittagsmahl aus dem Rucksack eingenommen wurde. Vor dem Auftauchen des Schiffes, das die Küste am Tage hin und zurück fährt, genossen wir noch ein Bad im herrlichen warmen Wasser dieser wie alle flachstrandigen Bucht.
Als wir zurück schipperten, bekamen wir noch eine Besonderheit zu sehen: Plötzlich tauchten ein, zwei, drei und mehr Orca-Wale neben dem Schiff auf und begleiteten es. Man konnte sich eine ganze Weile am Anblick der auf- und abtauchenden schwarz-weißen Walbuckel und Schwanzflossen weiden. Am Schluss waren es wohl sechs bis acht Tiere. Dieses Schauspiel soll nach Aussage unseres Reiseleiters nicht häufig zu sehen sein, wir haben eben viel Glück gehabt.
Der Bus brachte uns anschließend von Kaiteriteri zurück nach Nelson, wo wir den Rest des Tages noch mit Spaziergängen und Einkaufsbummel verbrachten.
Dieser Tag war unser letzter auf der Südinsel, denn wir fuhren nun nach Picton, von wo uns die Autofähre der Gesellschaft 'Interislander' durch den Queen Charlotte Sound und die Cook-Straße überquerend nach Wellington, der neuseeländischen Hauptstadt, brachte. Es war eine Schnellfähre, die den Weg in zweidreiviertel Stunden macht. Die Schiffe dürfen hier nicht mehr allzuschnell durch den Sund fahren, weil sonst die Pflanzen- und Tierwelt durch die ausgelösten Wellen und Erschütterungen zu viel Schaden nimmt. Die Neuseeländer sind umweltfreundlich und legen Wert auf den Schutz ihrer Natur.
Auf dem Schiff wurde bei Ende der Überfahrt auf einem unteren Deck ein kurzer Squaredance-Tip eingelegt.
Wellington an der Südspitze der Nordinsel liegt an einer weit eingeschnittenen Bucht mit Naturhafen, wo die Schiffe nicht weit von der Innenstadt anlegen. Wir nahmen im 'Duxton Hotel' im Zentrum Quartier. Dann ging es gleich weiter auf Stadtrundfahrt. Wir sahen das Stadtzentrum mit dem Parlament, das einem Bienenkorb ähnelt, und andere Regierungsgebäude und besuchten die Old St. Paul's Church, eine aus Holz gebaute Kathedrale aus der frühen Kolonialzeit (1866), die jetzt als Museum dient. Sie ist ein herrliches Bauwerk, das unter Denkmalschutz steht und vom Historic Places Trust verwaltet wird.
Dann ging es zur von Seilen gezogenen Bergbahn (Cable Car), eine in der Schweiz gebaute Bahn, die uns aus dem Stadtzentrum auf eine Höhe brachte. Von hier stiegen wir hinab zu Fuß durch den herrlich angelegten Botanischen Garten in Richtung Innenstadt. Der Bus nahm uns wieder auf, um noch auf den Mount Victoria zu fahren, einen 196 Meter hohen Aussichtspunkt, von wo aus man die ganze Stadt überschauen kann. Dort sieht und fühlt man, warum Wellington von den Einheimischen Windlington genannt wird, denn aus allen Richtungen vom Meer her können die Winde angreifen.
Schnell ging es zurück ins Hotel, denn der nächste Square Dance Club wartete auf uns. Allerdings mussten wir noch etliche Kilometer in nördlicher Richtung nach Lower Hutt fahren, wo wir den 'Beehive Square & Round Dance Club' (benannt nach dem 'Bienenkorb' genannten Parlamentsgebäude) besuchten. Wir erlebten hier einen munteren Clubabend mit Students. Es wurden Mainstream, Student Level und einige Rounds getanzt. Hier leben einige deutsche Frauen, die vor Jahren ausgewandert waren, aber immer noch untereinander Kontakt und deutsche Konversation halten.
Der nächste Tag führte uns in nördlicher Richtung bis zum Tongariro-Nationalpark mit dem Tongariro, einem noch aktiven Vulkan. Vor weniger als zwanzig Jahren war dieser ausgebrochen und hatte einen Teil seiner Spitze abgesprengt. Weiter ging es über die 'Wüstenstraße' (Desert Route), das heißt durch eine unwegsame, lebensfeindliche Landschaft zum Taupo-See, an dessen Ufern wir Bimsstein bewunderten, ein Gestein vulkanischen Ursprung, das leichter als Wasser ist. Der Weg führte dann durch Taupo, eine Siedlung am gleichnamigen See, und die Huka-Fälle, einen Kanal, den sich der Fluss selbst gegraben hat und über eine Stufe hinunter stürzt, nach Rotorua mit seinem naheliegenden Thermalgebiet Whakarewarewa, wo wir im Grand Tiara Hotel unterkamen.
Am selben Abend besuchten wir den 'Sulphur City Square Dance Club' (Sulphur-City = Schwefelstadt) in Rotorua, welches ein sehr bezeichnender Name für diesen Club ist, denn in Rotorua dampft und brodelt es an vielen Stellen und riecht nach Schwefel, sogar in Privatgärten und auf dem Friedhof. An diesem Clubabend, der in einem Kirchensaal stattfand, war auch der Nachbarclub 'Lake City Squares' (Seestadt-Squares) vertreten.
Am nächsten Morgen ging es zum Maori-Bezirk im Thermalgebiet Whakarewarewa, wo man das Maori Arts Institute mit Schnitz- und Webschule besuchte und ein traditionelles Wehrdorf der Maori. Direkt angrenzend liegt das geothermisch aktive Gebiet mit dem Pohuto-Geyser, brodelnden Schlammtümpeln und aus Erdspalten entweichenden Dampfschwaden. Der Pohutu-Geyser lässt regelmäßig alle zehn bis fünfzehn Minuten seine Fontäne bis 30 Meter hoch springen. Auch hier tanzten wir einen Tip Squaredance, wobei wir uns ein Geyser Dance Dangle erwarben.
Dann besuchten wir einen Tierpark und sahen etliche heimische Tiere, vor allen auch den seltenen Kiwi, ein nachtaktives Tier, das man nur bei vollkommener Ruhe in einem abgedunkelten Vogelhaus beobachten kann.
Der Nachmittag stand zur freien Verfügung. Die einen unternahmen einen Hubschrauberflug, andere einen Stadtbummel, und wieder andere besuchten das Polynesische Thermalbad (Polynesian Spa) mit Becken verschiedener Temperaturen.
Abends war die ganze Gruppe eingeladen zum Maori-Kulturabend ('Mai Ora' = das Wesen der Maori). Wir wurden von einem Bus abgeholt und während der Fahrt vom Fahrer instruiert, was zu tun sei: Dominik als unser Leiter wurde zum 'Häuptling' gewählt, er hatte am Eingang des Maori-Dorfes mit den anderen Touristengruppenleitern ('Häuptlingen') sich der Begrüßungszeremonie zu unterziehen, die die Maoris noch ziemlich ernst nehmen.
Nach der Zeremonie mit tänzerischen Darbietungen, die eine gewisse Zeit dauerten und bei der wir alle uns in gebührendem Abstand hinter unseren 'Häuptlingen' zu halten hatten, durften wir das Dorf betreten und konnten verschiedene musikalische und handwerkliche Darbietungen der Maori-Volkskunst sehen. Anschließend in der Halle wurden unterschiedliche Tänze aufgeführt, viele hatte einen kriegerischen Charakter. Alles wurde in Englisch erklärt.
Danach ging es zum traditionellen Festessen ('haakari'), bei dem im Erdofen zubereitete Speisen gereicht wurden. Dazu wurden wir von Maori-Musik und Gesängen unterhalten. Der Speisesaal umfasste mehr als hundert Personen, die an langen Tischen Platz genommen hatten. Der Abend klang aus, nachdem wir einen Tip Squaredance dargeboten hatten, und dies war unserem neuseeländischen Reiseleiter Uli zu verdanken.
Dann wurden wir von unserem Busfahrer sicher zum Hotel gebracht. Nachdem er den letzten Kreisel mehrmals mit dem Bus umrundet hatte, wurde er mit dem von ihm gelernten Schachtruf 'Te waka, hui!' verabschiedet. Dieser Schlachtruf, ursprünglich kriegerischen Charakters, wird in Verbindung gebracht mit der Bewegung der Paddel im traditionellen Kriegskanu der Maori.
Am Sonntagmorgen war die Gelegenheit zum Gottesdienstbesuch, und dies nahmen wir wahr in der sehr interessanten Maori-Kirche 'St. Faiths' im Stadtteil Ohinemutu. Der anglikanische Gottesdienst wurde abwechselnd in Maori und Englisch gehalten. Die melodischen Gesänge konnte man teilweise mit Hilfe der ausliegenden Liedblätter mitsingen. So fiel uns ein, dass 'Harreruja' Halleluja bedeutet und erfuhren hinterher, dass die Maorisprache keinen Buchstaben 'L' kennt.
Das Innere der Kirche ist geschmückt von Maori-Schnitzarbeiten, die teilweise bis in das Jahr 1800 zurück gehen. Ein auf den Rotorua-See hinausgehendes Fenster mit einem eingeritzten Bildnis Christi im Maori-Gewand aus Kiwi-Federn zieht die Aufmerksamkeit auf sich, es sieht aus, als komme Christus über den See gelaufen.
Die Fahrt ging weiter in nördlicher Richtung zur Pazifikküste und immer weiter an der Bay of Plenty entlang bis nach Tairua, welches an einer Bucht auf der Coromandel-Halbinsel liegt. Hier zieht sich bei Ebbe das Wasser aus den Flussläufen so weit zurück, dass fast nur noch ein Rinnsal übrig bleibt, so flach sind die Flussbetten.
Hier kamen wir im 'Harbour Lodge Hotel' unter, das lediglich aus einzelnen Bungalows direkt am Flussufer besteht.
Der nächste Tag war allein der Coromandel-Halbinsel vorbehalten. Der Weg führte uns nach Hahei, wo wir den Bus verließen und uns auf einen herrlichen Fußmarsch durch Regenwald und über Grünland begaben, bis wir den Abstieg zur Cathedral Cove fanden. Hier, in dieser Bucht, hatte das Meer sich in Jahrtausende langer Arbeit einen Durchlass durch die Felsen gegraben, was zu einer Art Höhle in Form einer Kathedrale führte. Am wundervollen Sandstrand konnte man auch baden, musste nur die stellenweise gefährlichen Strömungen an den Felsen beachten.
Zurück ging es dann wieder zum Bus, der uns zunächst zum Cook's Beach fuhr, wo wir die Mittagspause einlegten: eine herrliche Stelle an einer der zahlreichen Buchten, die bei Ebbe so geringen Wasserstand haben, dass man gefahrlos baden und fast die ganze Bucht durchwaten kann. Hier wurde natürlich ein Squaredance-Tip im hüfttiefen Wasser eingelegt, aber wir nutzten die Pause auch zum Essen und Ausruhen auf dem schattig gelegenen Picknick-Platz.
Anschließend ging es zur nächsten Attraktion, dem Hot Water Beach (Heißwasserstrand). Hier gibt es die Kuriosität, dass aus einer unterirdischen Quelle Wasser von mehr als 40 Grad durch den Sand nach oben sickert, was man aber nur während einer kurzen Zeit bei Ebbe merkt, wenn sich nicht zuviel kaltes Ozeanwasser mit dem heißen unterirdischen Quellwasser vermischt.
Man kann dieses heiße oder warme Bad, je nachdem, nur genießen während einer kurzen Zeit von etwa einer Stunde bei Ebbe. Dann kommen viele Badegäste, mit Schaufeln und Spaten bewaffnet, an eine ganz bestimmte Stelle dieses Strands, wo sie sich Becken (Sandburgen) schaufeln, in denen man beim richtigen Mischungsverhältnis des Wassers herrliche Warm- oder auch Heißbäder nehmen kann. Auch wir haben es genossen, weil wir, mehr oder weniger zufällig, die richtige Stelle spontan gefunden haben. Es war ein herrliches Vergnügen, aber man musste laufend aktiv sein und erneut graben und das sich mischende Wasser und die anbrandenden Wellen des Pazifiks bei auflaufender Flut im Auge behalten.
Wir haben hier sogar große Miesmuscheln, die uns Reiseführer Uli brachte, im Sand gekocht und dann gegessen. An einigen Stellen tritt an diesem Strand sogar Dampf aus.
Auf dem Rückweg zum Hotel besuchten wir noch den Hügel und die Stelle, an der Captain Cook 1776 zum erstenmal in Neuseeland an Land gegangen war.
Am nächsten Tag verließen wir Tairua und die Coromandel-Küste in Richtung Auckland, wobei wir zunächst die Thames-Bucht umrunden mussten. Dann ging es weiter auf der Nationalstraße (Highway) 1 weiter durch Auckland, wo die Straße zur Autobahn wird, und über die bekannte Hafenbrücke von Auckland, der größten Stadt Neuseelands.
Am Ende des Ballungsgebietes hielten wir an einer Autobahn-Raststätte, die sich 'German Café' nennt, und wir stellten fest, dass die Inhaber wie vermutet deutsche Auswanderer sind, die in den Achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts nach Neuseeland gekommen waren. Barbara, die Frau, erinnerte sich sogar an ihren Squaredance-Anfängerkurs bei den 'Printen Promenaders' in den Achtziger Jahren, als sie uns einen Tip auf dem Parkplatz vor dem Hause tanzen sah. So klein ist manchmal die Welt!
Die Reise ging weiter über Whangarei und Kawakawa, wo der österreichiche Künstler Friedensreich Hundertwasser zuletzt gelebt und die Toiletten dieser Kleinstadt künstlerisch verschönert hat, nach Paihia an der Bay of Islands, wo das Hotel 'Casa Bella' auf uns wartete. Am Nachmittag waren wir noch in Whangarei angemeldet, der national wichtigsten Stätte, wo 1840 der Vertrag zwischen Maoris und Kolonialmächten geschlossen wurde. Hier bekamen wir eine interessante Führung, die die frühe Geschichte dieser jungen Nation erläuterte.
Am Abend besuchten wir den nördlichsten Club Neuseelands, den 'Bay of Islands Square Dance Club' in Kerikeri, nicht weit von Paihia entfernt. Es war ein interessanter Abend. Wir fuhren mit dem Bus auf den Parkplatz eines kleinen Fabrikgebäudes man muss wohl eher Manufaktur sagen, wo Wollprodukte gefertigt wurden - und bahnten uns den Weg über einen engen Zugang zu einem Gebäude, wo wir eine enge Treppe hinauf mussten, bis wir im Tanzraum standen: Es handelte sich um eine Art Wollager und Abstellraum, der in der Mitte freigeräumt war, so dass wir tanzen konnten.
Auch wenn es eng war, so war es doch sehr lustig, in dem nicht allzu großen Raum mit drei bis fünf Squares sich zu bewegen. Wir hatten viel Spaß, die Tänzer und Tänzerinnen waren ziemlich flott für neuseeländische Verhältnisse, doch der Caller hatte eine uralte Anlage, mit der er arbeitete. Ich glaube, während der ganzen Reise haben wir keinen einzigen Laptop gesehen, was unter unseren europäischen Callern schon sehr häufig zu finden ist. Aber der Caller war einfallsreich, sang gut, und es war ein schöner Abend, der wieder mit dem üblichen Super beendet wurde.
Gegen 22:30 Uhr war es dann Zeit zum Aufbruch, und wir hatten noch Gelegenheit, in der Dunkelheit den herrlichen Sternenhimmel der südlichen Hemisphäre zu bewundern.
Der Tag war einem Ausflug an die Nordspitze Neuseelands gewidmet. Wir fuhren mit dem Bus früh los in Richtung Norden und besuchten zunächst einen Kauri-Wald, der als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist. Hier findet man noch die imposanten, riesigen Kauri-Bäume, die bis zu 4.000 Jahren alt werden und früher einen großen Teil des Nordens der Nordinsel bedeckten, bevor sie von Maoris und weißen Einwanderern fast ausgerottet wurden, vornehmlich wegen ihres wertvollen Holzes, aus dem Möbel und alle möglichen Gebrauchsgegenstände gefertigt werden.
Anschließend kamen wir an einer Raststätte vorbei, die auch als Ausstellungs- und Verkaufsraum für das Kauri-Holz dient. Hier fand man alle möglichen Kauri-Produkte, sogar ein gesamtes Treppenhaus, das aus einem riesigen Stamm geschnitzt worden war. Die jetzigen Kauri-Bäume sind geschützt vor Abholzung, aber es gibt immer noch Holz, das man aus dem sogenannten Swamp Kauri (Sumpf-Kauri) gewinnt, denn immer noch werden Stämme im Sumpf gefunden, die die Zeit seit der letzten Eiszeit, bis zu 45.000 Jahren, intakt überdauert haben und immer noch wertvolles Holz darstellen, das verarbeitet und vermarktet wird.
Nach diesen interessanten Erlebnissen ging es auf dem Highway Nr. 1 weiter, bis wir zum Ninety Mile Beach kamen, der die nördliche Halbinsel säumt. Unser Busfahrer, ein Maori, fuhr ohne zu zögern auf den Strand, und es ging im Tempo bis zu 100 Kilometer über den Sand. Es handelt sich um harten Sand, der für die Befahrung geeignet ist wie eine Autobahn, auch die normalen Verkehrsregeln gelten hier. Allerdings ist die Benutzung nur bei Ebbe möglich, wie man sich denken kann. Dieser fast schnurgerade Strand ist allerdings nicht neunzig Meilen, sondern etwa sechzig Kilometer lang, was auch erheblich ist. Privatwagen sahen wir kaum, es wird auch wegen der Gezeiten- und der 'Straßenverhältnisse' dringend empfohlen, die Touristenbusse zu benutzen, die alle mit erfahrenen Fahrern versehen sind.
Mitten auf dem Strand hielten wir, dann hieß es aussteigen und ein Stück zu Fuß gehen, bis der Bus uns wieder aufnahm. Vorher hatten wir noch Gelegenheit, Muscheln mit eigenen Händen (oder Füßen) auszugraben, zu knacken und zu verspeisen. Am Ende der Strandfahrt ging es durch einen Flusslauf mit flachem Wasser eine andere Straße gibt es nicht ins Landesinnere, und wir kamen bei den großen Sanddünen an.
Flugs packte der Fahrer aus dem Laderaum einige gelbe Plastikschlitten bzw. Plasltikbretter aus, wir klemmten uns ein solches unter den Arm, erklommen die Düne, und nach einigen kurzen Anweisungen unseres Fahrers ging es bäuchlings auf dem Brett die Düne hinunter ein herrliches Vergnügen. Einige unserer Gruppe sind dreimal gerutscht, dann musste es weitergehen.
Wir fuhren zunächst an einen herrlichen Strand mit Picknickplatz, wo wir vor dem Essen ein erfrischendes Bad nahmen, bevor wir zum Cape Reinga fuhren, der Nordspitze des Landes. Hier trifft der Pazifik von Osten auf das Tasmanische Meer von Westen, und es heißt, dass sogar die Gezeiten unterschiedlich sind. Wir hatten herrliches Wetter und gute Sicht und konnten sogar die Three Kings Islands erspähen, die man nach Aussage unseres Reiseführers selten sieht.
Auf dem Rückweg ging es wieder an der herrlichen Küste und der Bay of Islands entlang, bis wir in Paihia eintrafen. Dieser Ort ist mittlerweile eine reine Touristenstadt, und es gibt Hotels, Restaurants, Geschäfte usw. in Hülle und Fülle.
Dieser Tag führte uns von Paihia zurück nach Auckland, wo wir direkt eine Stadtrundfahrt unternahmen. Die Häfen sowohl Industrie- und Handels- als auch der Jachthafen - sind immens mit den hunderten und tausenden von Mastbäumen, und man findet wirklich alles hier, vom kleinsten Boot bis zur Millionärsjacht.
Segeln ist eine der wichtigsten Sportarten der Bewohner Aucklands, weil die Stadt zwischen zwei Meeren liegt und von zahlreichen Buchten gesäumt ist. Die Innenstadt ist mittlerweile amerikanisch geprägt mit den vielen Hochhäusern, aber wenn man genau hinschaut, sieht man noch Überreste kolonialer Architektur im Zentrum und auch außerhalb. Alles wird überragt vom Skytower, der vor einigen Jahren gebaut wurde und der höchste Turm der südlichen Hemisphäre ist.
Angenehm sind die Parklandschaften, die sich an vielen Stellen des Stadtgebiets auftun und immer den Blick aufs Meer ermöglichen. Aber auch vierzehn erkaltete Vulkane liegen auf dem Stadtgebiet Aucklands.
Am Schluss der Rundfahrt besuchten noch das War Memorial Museum, das zwar auch die letzten Kriege dokumentiert, an denen Neuseeland teilgenommen hat, aber eigentlich ein Nationalmuseum ist, in dem die gesamte Geschichte des Landes behandelt wird, auch die voreuropäische. Interessant sind auch die Ausstellungen über die nationale Flora und Fauna. Dann ging es in unser Hotel, das Hyatt Regency, im Zentrum direkt am Albert Park gelegen. So hatten wir noch Gelegenheit, die Innenstadt ein wenig zu besuchen und Einkäufe zu tätigen.
Der Abend war dem letzten Clubbesuch vorbehalten, wir fuhren mit dem Bus in einen südlichen Außenbezirk, wo wir in einer Schule die 'Lynndale Squares' besuchten. Es war der größte Club, den wir in Neuseeland sahen. Als wir mit etwas Verspätung eintrafen, tanzten bereits acht bis zehn Squares, und wir gesellten uns schnell dazu. Drei einheimische Caller waren da und sogar ein Gastcaller aus der Heimat, Martin Ingenhütt von den 'Colonia Swingers' Köln, den wir herzlich begrüßten. Es war wieder ein netter Abend, der im Fluge verging und mit dem üblichen Supper endete.
Am Morgen hatten wir noch Zeit zum Spaziergang und Einkaufsbummel in Auckland, den etliche Gruppenmitglieder ausgiebig nutzten. Am Nachmittag sollte der Abflug nach Fidschi sein, aber die vorgesehene Abflugzeit 14:00 Uhr war bereits geändert worden, so dass wir erst gegen 17:00 Uhr mit Pacific Air vom Flughafen Auckland International, der direkt am Meer liegt und relativ kurze Start- und Landebahnen hat, abhoben. Der Flug dauerte etwa dreieinhalb Stunden, dann setzten wir auf dem Flughafen Nadi (gesprochen: Nandi) auf der fidschianischen Hauptinsel Viti Levu auf. Wir wurden begrüßt von Musikern, die mit Gitarre und Ukulele typische fidschianische Volksmusik machten.
Nach den Einreiseformalitäten gab es am Flughafenausgang einen erfrischend fruchtigen Trunk aus einer frischgeschlagenen Kokosnuss, dann stand der Bus schon bereit, der uns zum Hotel bringen sollte. Allerdings brauchten wir dazu noch etwa eineinhalb Stunden, denn es gibt nur eine größere Straße, die hauptsächlich zweispurig ist und die Insel einmal umrundet.
Nach einer Fahrt durch die Dunkelheit in den Tropen ist die Dämmerung kurz, die Nacht fällt schnell herein kamen wir am Hotelkomplex 'The Warwick Fiji' an, der direkt am Meer, an der Korallenküste, und nicht weit des Dorfes Korolevu an der Südküste Viti Levus liegt: Ein großzügig gestaltetes Hotel mit hunderten von Zimmern, drei Restaurants, Bars und allen möglichen Freizeitmöglichkeiten: Mehrere Pools, Möglichkeiten zum Schwimmen, Schnorcheln, Tauchen und Paddelbootfahren, Sportplätze, Tennisplatz, ein Festplatz (Fidschi-Dorf) für folkloristische Aufführungen, Andenkenläden und weiteres mehr.
Hier konnten wir uns etwa drei Tage lang von unserer anstrengenden Reise in Neuseeland ausruhen und all den geschilderten Vergnügungen nachgehen. Morgens gab es ein überwältigendes Frühstücksbuffet, das fast keinen Wunsch offen ließ: vom europäischen kontinentalen über das britische bis zum japanischen Frühstück (mit gekochtem Reis) war alles vertreten, nicht zu vergessen die herrlichen frischen Früchte (Mangos, Papayas und anderes Exotische), was einem das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ.
Dieser Sonntag war der Palmsonntag, und so war vorgeschlagen worden, einen Gottesdienst im nahegelegenen Dorf zu besuchen, was viele Grupenmitglieder nutzten. Eine Fahrgelegenheit war schnell gefunden, und so kamen wir gegen 10:00 Uhr an der katholischen Kirche St. Peter Chanel (benannt nach einem französischen Missionar, der im 19. Jahrhundert in Polynesien aktiv war und 1841 als Märtyrer endete) in Korolevu an.
Zunächst mussten wir einen kleinen Hügel ersteigen, bekamen Pal- und Lorbeerzweige in die Hand gedrückt und zogen mit der Prozession der Gemeindemitglieder in die Kirche ein: Eine einfache, mit Wellblech gedeckte Halle, die mit Kokosmatten ausgelegt war und nur wenige Bankreihen besaß. So gesellten wir uns unter die Einheimischen und setzten uns auf den Boden, die Beine verschränkend, wie es überall in Fidschi üblich ist.
Der Gottesdienst dauerte fast zwei Stunden, und wir verstanden fast kein Wort, denn alles wurde in Fidschianisch gehalten, außer einigen wenigen englischen Sätzen am Ende für die auswärtigen Besucher. Wir saßen mitten unter den Chorsängern, alten und jungen Leuten, die mit Inbrunst sangen und die Messe begleiteten. Am Schluß gingen wir alle zum Abendmahl, das vom Priester gereicht wurde. Es waren sehr bewegende Momente.
Am Nachmittag war ein Clubnachmittag im Tanzsaal des Hotels angesagt, wo auch abends der 'Hibiscus Nightclub' seine Darbietungen bringt, und die meisten Mitreisenden waren dabei. Glücklicherweise war der Raum klimatisiert, denn draußen herrschten Temperaturen von über dreißig Grad im Schatten. Die 'Domi's Dream Travellers' tanzten zwei Stunden lang, wenn auch mit längeren Pausen, zu ihrem Caller Achim Hammer und hatten einen netten Nachmittag.
Am Nachmittag dieses Tages schifften wir uns dann, nachdem der Bus uns nach Lautoka nördlich von Nadi gebracht hatte, auf der 'Yasawa Princess' der Gesellschaft 'Blue Lagoon Cruises' ein, und unsere dreitägige Kreuzfahrt zu den Yasawa-Inseln konnte beginnen. Zunächst stachen wir in See in Richtung dieser Inselgruppe, die am nordwestlichen Ende von Fidschi liegt.
Die Kabinen waren bequem, die Mahlzeiten, vier am Tag, hervorragend und mehr als reichlich, und jeden Abend gab es dazu musikalische Unterhaltung von der Crew auf eigenen Instrumenten (Gitarre, Ukulele) mit kleinen Tanzeinlagen, wobei wir den dort üblichen Tanz 'Tirilala' lernten, wobei ein Mann mit einer oder auch zwei Frauen an seiner Seite, in umschlungener Hüftfassung, kleine Trippelschritte nach vorn, nach hinten oder auch gedreht vollführt. Wir hatten es ziemlich schnell heraus, und es hat Spaß gemacht.
Jeden Morgen gab es für die Freiwilligen ein Morgenschwimmen, zu dem man mit den Beibooten um 6:00 Uhr früh (!) zur nahegelegenen Küste gebracht wurde das Schiff ankerte jeweils nachts vor der Küste.
Zum Tagesprogramm gehörten weiterhin Schnorchel- und Tauchlehrgänge, Schwimmen an den nahegelegenen Küsten, Fischfüttern es ist unglaublich, wie viele kleine und größere Fische einen umschwirren, um einen Happen Brot zu erhaschen und weiteres mehr.
Am ersten Tage besuchten wir auch ein einheimisches Dorf auf einer Insel und nahmen an einer dortigen Kawazeremonie teil: Kawa oder Yaqona ist ein gelbbraunes Pulver, das durch Stoßen aus der Wurzel einer Pfefferpflanze gewonnen wird. Mit Wasser durch ein Tuch gedrückt, kommt eine schmutzig braune Flüssigkeit heraus, die zunächst von den 'Häuptlingen', also den führenden Männern der Dorfgemeinschaft, dem 'Häuptling' bzw. Anführer der Besucher und dann erst von allen anderen getrunken wird. Im Hintergrund stehen dabei immer die Frauen, auch in räumlichem Abstand von den 'Häuptlingen'. Eine Vorführung von Volkstänzen rundete den Besuch in diesem Dorf ab.
Am zweiten Tage verbrachten wir dann den ganzen Nachmittag auf einer anderen Insel, schwammen, schnorchelten, tauchten und bewunderten die Korallenbänke und Fische, lagen im Schatten und spielten anschließend noch ein Spiel Beach Volleyball, bevor es abends zum großen 'Lovo' ging. Lovo ist das traditionelle Festmahl der Fidschianer, wobei Fleisch, Fisch, Gemüse und andere Zutaten jeweils getrennt in Palmblätter geflochten wird.
Diese Pakete werden in einer Vertiefung bzw. Grube versenkt, in der durch vorheriges Feuern erhitzte große Stein liegen. Auf diesen heißen Steinen garen die eingepackten Speisen, nachdem die ganze Grube mit Jutesäcken bedeckt und schließlich sdmit Erde bedeckt wird. Nach zwei- bis dreistündiger Vorbereitungs- und Garzeit werden die Speisen wieder ausgegraben, wobei wir alle zugeschaut haben, und dann ging es zum großen Festmahl auf Tischen am Strande, wo wir, von Hängelampen erhellt, so lange getafelt haben, bis alle satt waren.
Anschließend wurde ein internationaler Wettbewerb ausgetragen, denn neben uns zweiundvierzig Deutschen waren noch Australier, Neuseeländer und Briten an Bord, wenn auch zahlenmäßig uns Deutschen völlig unterlegen. Als 'deutschen' Beitrag gaben wir dann den englisch gesungenen Squaredance-Friendshipsong zum besten, die anderen Nationalitäten waren mit ihren typischen Liedern vertreten. Die aus Mitgliedern der Schiffsbesatzung gebildete Jury gab allen Gruppen einheitlich neuneinhalb Punkte, allerdings dem fidschianischen Beitrag einen halben Punkt mehr, so dass diese als Gewinner hervorgingen.
Dies war der Tag des Abschieds, und wir erreichten mit dem Schiff gegen 11:00 Uhr wieder den Hafen von Lautoka. Hier verabschiedeten wir uns von der Mannschaft, die uns die drei Tage so gut betreut hatte. Alle, vom Schiffsjungen bis zum Kapitän, waren wirkich außerordentlich nett und hilfsbereit gewesen und hatten uns jeden Wunsch von den Augen abgelesen. Vorher war aber noch ein Gruppenfoto auf dem Schiff gemacht worden, und jeder Passagier ging mit einem vom Schriftzug 'Blue Lagoon Cruises' geschmückten Polohemd von Bord.
Der Bus brachte uns anschließend zurück nach Nadi. Dann besuchten wir den nahe der Stadt gelegenen Orchideengarten 'Garden of the Sleeping Giant', einen herrlichen Garten mitten im bergigen Regenwald, in dem alle möglichen Orchideenarten und andere exotische Pflanzen zu sehen. Der amerikanische Schauspieler Raymond Burr hatte hier seinen Wohnsitz gehabt und diesen Garten 1977 gegründet.
Dann ging es zurück nach Nadi, wo wir den größten Hindu-Tempel des Landes besichtigten. Wir erfuhren vom Führer Interessantes über den Hindu-Glauben und die hinduistische Götterwelt. Dazu ist zu sagen, dass 44 Prozent der Einwohner des Landes indischer Abstammung bzw. Volkszugehörigkeit sind. Diese Inder wurden vor etwa fünfzig Jahren von der damaligen britischen Kolonialverwaltung ins Land geholt, um auf den weitläufigen Zuckerrohrfeldern zu arbeiten. Es hat in der Vergangenheit auch schon Probleme zwischen den Volksgruppen gegeben, da die Fidschianer fürchteten, von den Indern wirtschaftlich und sozial überflügelt zu werden.
Die Stadtrundfahrt führte uns noch auf die Halbinsel Denarau, wo internationale Hotelketten ihre Palästen bauen. Fidschi setzt seit einigen Jahren vermehrt auf Tourismus als Einkommensquelle, daher werden diese Anstrengungen unternommen. Man muss sehen, dass die Tourismusbranche im Lande zahlreiche Arbeitsplätze schafft, vor allem auch in den Hotels, wo überwiegend die Einwohner der umliegenden Dörfer arbeiten und dadurch eine Lebensgrundlage für ihre Familien schaffen.
Am Abend war der letzte Höhepunkt der Reise vorgesehen: ein Meke (Festmahl) in einem Fidschi-Dorf. Wir wurden mit einem fidschianischen Bus (ohne Fenster, dafür mit Blättern und Blumen geschmückt) vom Hotel abgeholt und zum Dorf Viseisei zwischen Nadi und Lautoka gefahren. Dies ist der Ort, aus dem der jetzige Präsident Ratu Josefa Iloilo stammt und in dem er noch seinen Wohnsitz hat. Es soll auch der Ort sein, an dem vor ca 1.000 Jahren die Vorfahren der Fidschianer aus Afrika gelandet sein sollen. Auch wenn diese Theorie längst von der Wissenschaft überholt ist, glauben viele Fidschianer noch daran.
Der Empfang im Dorf war freundlich, man führte uns zunächst herum, auch über den riesigen Dorfplatz, der in keinem Fidschi-Dorf fehlt und dem 'Village Green' der englischen Dörfer ähnelt. Auf diesem Platz stehen meist die wichtigen Gebäude wie Gemeinschaftshaus und Kirche die Fidschianer sind sehr religiös, die hauptsächlichen christlichen Glaubensrichtungen sind Katholiken und Methodisten.
Zunächst wurde wieder die Kawa-Zeremonie gefeiert. Den ersten Schluck Kawa nahmen unser Reiseleiter Dominik diesmal dem Anlass entsprechend in ein traditionelles Fidschi-Kostüm gewandet, bestehend aus Bastrock und Bastmanschetten und die Honoratioren des Ortes, anschließend jeder, der mochte. Kawa wird immer direkt am Ort des Geschehens zubereitet, das gehört zur Zeremonie.
Anschließend saßen wir mit verschränkten Beinen auf dem schönen Rasen des Dorfplatzes und schauten uns die Tänze der Dorfbewohner an, wozu auch kriegerische Tänzer der jungen Mäner mit Waffen gehörten, mit denen sie uns vor der Nase herumfuchtelten. Dann hatten wir sogar die Genehmigung, einen Squaredancetip vorzuführen, und so trugen wir zum echten Kulturaustausch bei.
Es schloss sich das Essen an, wobei wir von einem aufgebauten Buffet wählen konnten und unter einem Zelt auf dem Dorfplatz saßen. Nach längerem Verweilen und einem freundlichen Abschied traten wir im Bus die Heimfahrt zum Hotel an.
Dieser Gründonnerstag war übrigens kurzerhand vom fidschianischen Präsidenten zum 'nationalen Feiertag' erklärt worden, da Fidschi bei den Rugby-Meisterschaftsspielen in Hongkong Weltmeister geworden und der Jubel überall im Lande groß war.
Am Morgen wurden wir vom Bus von unserem Hotel (Tanoa International Hotel) zum Flughafen gebracht, wo wir den etwa achtstündigen Flug nach Seoul (Korea) antreten sollten. Allerdings gab es Probleme und Verzögerungen, es waren Bordkarten-Drucker ausgefallen. Aber niemand im Pazifik regt sich darüber auf und nimmt es gelassen - außer vielleicht den westeuropäischen und amerikanischen Touristen. Mit etwa zweistündiger Verspätung ging es dann los, und wir verließen das Traumland Fidschi.
Abends in Seoul (Flughafen Incheon) angekommen, konnten wir noch einen Bummel durch Itaewon unternehmen, wo wir wieder im Itaewon Hotel wie schon auf der Hinreise untergebracht waren. Dann mussten wir uns für den langen Heimflug ausruhen.
Am Morgen war noch Zeit für einen weiteren Bummel in Itaewon, man konnte Reiseverpflegung und letzte Andenken einkaufen. Dann fuhren wir zum Flughafen, von wo es pünktlich gegen 13:00 Uhr mit 'Korean Air' nach Frankfurt/Main zurück ging. Dabei hatten wir nochmal Gelegenheit, den imposanten Flughafen Incheon zu bewundern, der erst vor wenigen Jahren als Drehkreuz Ostasiens in Dienst genommen wurde. Die Rollfelder sind immens, und das Flughafengebäude hat eine vielleicht einen Kilometer lange Front mit zahlreichen Abfertigungsmöglichkeiten und den modernsten Service-Angeboten.
Der Rückflug verlief ruhig, wir konnten wieder die Chinesische Mauer und die unermesslichen Weiten der Mongolei und Sibiriens von oben sehen. Gegen 17:00 Uhr landeten wir wohlbehalten in Frankfurt und traten nach Verabschiedung von den Reiseteilnehmern müde, aber zufrieden und voller einmaliger Eindrücke unsere Heimfahrt an.
Eine Reise ging zu Ende, die wir nicht so schnell vergessen werden.
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